Gesehen in der U-Bahn Station Angel.
Auf Zorra’s Blog läuft das derzeitige Kochevent unter dem Titel Lamm ganz ohne Wolle, gewünscht von Peter von Aus meinem Kochtopf. Lamm ist lecker und das Event-Banner unglaublich niedlich:
Wie praktisch, dass ich letzte Woche gerade einen Multikulti-Nudelauflauf mit Lammhack gekocht habe – griechischer Pastitsio mit marokkanischer Gewürzmischung nach diesem Rezept hier. Angesichts der riesigen Menge Gewürzmischung im Mörser war ich erstmal ein bisschen skeptisch, habe dann aber doch die ganze Menge ins Essen getan – und es war der Kracher!
Die Lammhack-Sauce lässt sich auch lustig variieren, mit Auberginen, Zucchini, Rosinen und was euch sonst noch so einfällt und man kann sie auch ohne großen Aufwand einfach mit Pasta oder Reis essen. Die Mengen im Originalrezept habe ich übrigens nach der bewährten Pi-mal-Daumen Formel übertragen, also nicht wundern!
Pastitsio mit marokkanischer Gewürzmischung
(für mindestens 6 hungrige Esser)
- 2 EL Olivenöl
- 2 rote Zwiebeln, fein gewürfelt
- 2 große Knoblauchzehen, feingehackt
- 500g Lammhack
- 1 Dose Tomaten in Stücken (450ml)
- 2 EL gehackte Minze (oder getrocknete)
- 1 1/2 EL Ras el Hanout
- 1 EL Tomatenmark
- 3 TL Kreuzkümmel, gemörsert
- 1 TL Zimt
- 750 ml Milch
- 100g Butter
- 6 EL Mehl
- 3 große Eier, getrennt
- 200g Fetakäse, gewürfelt
- 500g Penne
- 100g geriebener Parmesan
Zwiebel und Knoblauch auf mittlerer Hitze im Öl glasig dünsten. Hackfleisch zugeben und anbraten, 5-8 Minuten bis es leicht gebräunt ist Dosentomaten zugeben sowie Minze, Ras el Hanout, 2,5 TL Kreuzkümmel und Zimt. Aufkochen lassen, dann die Hitze reduzieren und 15-20 Minuten auf kleiner Hitze vor sich hin simmern lassen. Gelegentlich umrühren.
Währenddessen eine Mehlschwitze zubereiten: Butter im Topf schmelzen lassen, Mehl zugeben. Unter ständigem Rühren 3-4 Minuten kochen lassen, bis die Mischung duftet und eine hellgoldene Farbe hat. Vorsichtig Milch zugeben und dabei immer schön rühren. Die drei Eigelbe mit ein paar Eßlöffeln Milch in einer Tasse verquirlen und in die Sauce rühren. Feta und den restlichen Kreuzkümmel zugeben. Aufkochen, dann die Hitze reduzieren und rühren bis der Käse sich aufgelöst hat. Mit Salz und Pfeffer würzen.
Pasta kochen, währenddessen den Ofen auf 200°C vorheizen und eine große Aufflaufform einfetten. Wenn die Pasta bißfest ist, abgießen und wieder zurück in den Topf geben. Zwei Teelöffel Butter zugeben, außerdem die Eiweiße und die Hälfte des Parmesan. Gut mischen.
Ungefähr die Hälfte der Pasta in die Auflaufform geben und glattstreichen. Lammhacksauce daraufgeben, mit der restlichen Pasta bedecken. Darauf die Feta-Bechamelsauce geben. Restlichen Parmesan darüberstreuen und das Ganze im Backofen 30-40 Minuten backen.
Dazu passt prima ein kräftiger Rotwein (muss ja kein Lammbrusco sein).
Am vergangenen Wochenende habe ich mich mal wieder einem eher nerdigen Hobby gewidmet; ich war bei einem LARP (für Nicht-Nerds: Live Action Roleplaying) Event namens ‘Rockets, Rayguns and Really Nice Tea‘ in Hebden. Das Setting war 50er Jahre Science Fiction; in Yorkshire ist ein seltsamer Zylinder offenbar marsianischen Ursprungs abgestürzt (schöne Grüße von H.G. Wells) und Wissenschaftler, Militärs, Politiker und andere einflussreiche Personen eilen zur Absturzstelle um dem Rätsel auf den Grund zu gehen.
Mit von der Partie ist auch eine diplomatische Delegation von der Venus, ein russischer Kosmonaut, dem kürzlich die Flucht vom Mars gelungen ist, ein amerikanischer Held und sein Journalistensidekick, ein französischer Filmregisseur, ein Doktor mit deutschem Akzent und britischem Pass und diverse andere zwielichtige Typen. Im Wald wird merkwürdiges rotes Unkraut vom Mars gefunden, als nächstes stellt sich heraus, dass nicht nur die marsianische Flora gelandet ist – und dann bricht natürlich über das Wochenende an verschiedenen Stellen die Hölle los.
Ich war als NPC, das heißt als Nicht-Spieler-Charakter dort, also als eine Art Statist. Über’s Wochenende habe ich verschiedene Rollen gespielt, meistens war ich einer der Royal Atmospheric Marines, die Elitesoldaten die das Gelände sichern sollten (und das meistens auch getan haben), dann durfte ich noch in der Rolle einer Dorfbewohnerin den Leuten ein bisschen auf die Nerven gehen und abends bin ich mit einer marsianischen Monsterwespe durch die Gegend gedüst und habe Leute gestochen.
Es war ein Riesenspass!
Bilder gibt es natürlich auch einige, mit freundlicher Genehmigung von greatbigshowoff. Auf ihrem Flickr-Photostream sind noch viel mehr Bilder vom Event.
Der ominöse marsianische Zylinder. Er qualmte zwischendurch auch sehr bedrohlich, Rauchmaschine macht’s möglich.
Das Briefing für die versammelten Wissenschafter und anderen interessierten Personen. Da ahnten sie noch nicht, was für Grauen auf sie zukommen würden… Übrigens hatte, ganz 50er Jahre Stil, fast jeder ständig eine Zigarette im Mundwinkel – allerdings normalerweise keine echten.
Der Verteidigungsminister begrüsst den Botschafter von der Venus – was man im schwarz-weiss Foto nicht sehen kann, der Botschafter ist blau wie ein Schlumpf! Man beachte auch den grimmigen Soldaten im Hintergrund…
Die Familie aus dem Dorf. Ich war die Discounter-Version von Marilyn Monroe, ganz rechts. Unsere Story war, dass wir nur ganz harmlos im Wald picknicken wollten und dann kamen wir nicht mehr ins Dorf zurück, weil alles vom Militär abgeriegelt war.
Am nächsten Tag kamen wir übrigens wieder und fingen an, Leute abzumetzeln, weil wir leider alle von marsianischen Würmern ferngesteuert waren… Brain Bug Zombies!
Das ist die venusianische Delegation in ganzer Schlumpfigkeit. Von links: Zaygo, Zakta und Zaetu. Sie sprachen übrigens wie die Aliens aus Galaxy Quest. “Greetings, Humans! Adore me!”
Eine Wespe vom Mars. Mit so einem Ding bin ich abends durch die Gegend gerannt und habe Spieler gestochen. Was zu sofortigem Brechreiz führte. Fies! Das Wochenende wurde dann auch inoffiziell ‘Night of the Martian Vomit Wasps’ genannt.
Am Ende wurden dann übrigens die Marines von den Brain Bugs befallen und haben ein nettes kleines Massaker unter den Spielern veranstaltet. Hört sich schlimmer an als es ist, vor allem haben wir furchtbar viel mit Nerf Guns in der Gegend herumgeballert.
Ich hatte dieses Wochenende Spass ohne Ende, habe gelernt, Porridge für 40 Personen zu kochen, mit 4 Stunden Schlaf die Nacht auszukommen und habe viele neue Freunde gefunden. Im Mai sind wir zurück in Hebden, diesesmal aber mit einem Steampunk LARP unter dem Titel Victoriana – All The Queens Men. Ich freu mich schon darauf!
Damit ihr nicht denkt, ich würde mich hier nur die ganze Zeit untätig in der Sonne herumräkeln: ich habe diese Woche ein Review meines neuen Lieblingsalbums geschrieben. Drüben beim Clockworker.
Und jetzt geh ich wieder in die Sonne!
Heute mal über die Tücken der englischen Sprache.
Englisch lernt ja jeder von uns heutzutage in der Schule, dank Internet sind wir jeden Tag weltweit unterwegs und kommunizieren da meistens in Englisch und so im Großen und Ganzen kommen die meisten von uns mit dieser Sprache relativ gut klar. Auch hier in London, wo sowieso ein ganz erheblicher Teil der Bevölkerung aus anderen Ländern zugewandert ist, kommt man mit einem Grundwortschatz und auch mit Akzent überall wunderbar zurecht.
Lustig wird’s dann, wenn man den Boden des Schulenglisch verlässt und versucht die restlichen 7/8 dieser Sprache zu erkunden. Seit ich hier bin, lerne ich jeden Tag mindestens 2-3, meistens deutlich mehr, neue Ausdrücke und Bezeichnungen. Die meisten davon sind umgangssprachlich und tauchen in den normalen Wörterbüchern (wie z.B. Leo.org) nicht auf. Meistens finde ich dann aber etwas im Urban Dictionary. Paar Kostproben gefällig?
interfrastically – heißt soviel wie ‘schnell’ oder ‘kurzfristig’. Stammt aus der Blackadder-Episode ‘Ink and Incapability‘
glad rags – ein etwas antiquierter umgangssprachlicher Ausdruck für gute Kleidung, im Sinne von ‘Sonntagsstaat’; ‘glad rags’ sind wörtlich frohe Lumpen, in der Kombination wohl eher ‘feine Klamotten’
awesome sauce! – drückt Begeisterung für etwas aus
giggidy! – in ungefähr dasselbe, nur in diesem Falle eher noch auf Dinge bezogen, die man als ‘sexy’ bezeichnen könnte. Stammt ursprünglich aus der Serie ‘Family Guy‘.
manaconda – hoffnungsvoller Ausdruck für ein männliches Körperteil
done and dusted – etwas erledigt haben
Das lässt sich noch endlos fortsetzen. Die englische Sprache ist nicht sehr kompliziert, aber sie wird sehr kreativ eingesetzt; gerade Doppeldeutigkeiten und Wortspiele sind ein ganz wichtiger Bestandteil des englischen Humors. Und hier gilt auch noch extremer als in Deutschland, dass die Sprache reflektiert, in welchen Kreisen man sich bewegt. Steampunks beispielsweise benutzen gerne antiquierte Ausdrücke und bezeichnen sich zum Beispiel untereinander als ‘chaps’ und ‘chapettes’ (letzteres ganz klar wieder eine neue Wortschöpfung) und wo jemand anderes vielleicht “Cool!” oder “Awesome!” sagen würde, sagt ein Steampunk dann möglichweise “Well played!”. Immer natürlich mit einem Augenzwinkern, oder vielmehr ‘tongue in cheek’.
Wer sich, wie ich, nur zum Spass mit der englischen Sprache näher befassen möchte (ja, ich hab mal Anglistik studiert, damals…), dem kann ich das Buch ‘The Mother Tongue‘ von Bill Bryson ans Herz legen. Liest sich sehr spannend und erklärt nicht nur die Herkunft der Sprache sondern auch ihren Gebrauch im Vergleich mit anderen Sprachen… hört sich jetzt wesentlich trockener an als es ist!
Demnächst dann… Dialekte! Watch this space!



Total vernetzt!