…sehe ich jetzt jedes Wochenende aus. Denn momentan gondele ich an den Wochenenden zwischen Berlin und Freiberg mit der Mitfahrzentrale hin und her.
Da kann man was erleben!

Es fängt damit an, dass Menschen mit großen, teuren, komfortablen Autos leider selten Mitfahrer suchen. Der typische Fahrer ist Student oder Artverwandtes, hat eher einen Kleinwagen und will Leute mitnehmen um die Fahrkosten zu senken.

Das bedeutet natürlich auch, dass man – ungeachtet der Größe des Fahrzeuges – möglichst viele zahlende Passagiere haben möchte. Da wird besagter Kleinwagen mit drei Mitfahrern vollgestopft, was dann gelegentlich schon zu einem etwas beengten Sardinendosengefühl führen kann. Insbesondere wenn einer oder mehrere der Mitfahrer über 1,80m groß sind. Kleine Menschen (wie ich) werden dann auf den Rücksitz verbannt und der vordere Sitz bis zum Anschlag an die Kniescheiben zurückgeschoben. Das wird nach spätestens einer Stunde Fahrzeit ein kleines bisschen unbequem.

Dass vier Leute auch entsprechend viel Gepäck mitbringen, scheint die meisten Fahrer auch maßlos zu überraschen. Anders ist es nicht zu erklären, dass fast jeder mit einem mindestens halbvollen Kofferraum ankommt und das Gepäck seiner Mitfahrer mit besorgtem Blick mustert. “Ich weiss nicht, ob das alles da reinpasst!”
Klar passt es. Notfalls mit Gewalt in den Kofferraum gequetscht. Merke: keine zerbrechlichen Sachen einpacken, wenn man per Mitfahrzentrale unterwegs ist.

Sind irgendwann alle Mitreisenden und ihr Gepäck verstaut, so geht es, zumeist mit gebremster Geschwindigkeit – vollbesetzte Kleinwagen haben die Tendenz, nicht gerade Rennautos zu sein – auf die Autobahn. Über so Kleinigkeiten wie die Temperaturentwicklung in vollbesetzten Fahrzeugen ohne Klimaanlage bei 30°C Außentemperatur oder den gewöhnungsbedürftigen Musikgeschmack mancher Fahrer werde ich mich allerdings nicht im Detail auslassen.

Ebensowenig darüber, dass es doch erstaunlich viele Autofahrer gibt, die sich für so multitaskingfähig halten, dass sie während der Fahrt telefonieren, auf ihrem iPhone herumsuchen oder im Stadtplan blättern können. Um es frei nach Forrest Gump zu sagen, man weiss vorher eben nie, was man bekommt.

Trotzdem: Mitfahren macht glücklich! Ich bin jedes Mal wieder ungeheuer froh, wenn ich heile am Ziel angekommen bin und den Wagen verlassen darf! ;)

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