Letzte Runde habe ich ausgesetzt, aber diese Runde bin ich wieder bei Heunis Blogparade dabei. Diesesmal wird nach den Helden der Kindheit gefragt.

Wenn ich so darüber nachdenke, dann habe ich meine “Helden” wohl am ehesten im Fernsehen gefunden. Dazu muss man wissen, dass meine Eltern besonders gerne alte Filme angesehen haben (alt aus meiner Sicht, nicht aus ihrer). Deswegen entsprangen die Personen, die ich angehimmelt oder als Vorbilder gesehen habe, auch keinen Kindersendungen. Aber sie haben alle eine Gemeinsamkeit, die mich auch sehr beeinflusst hat….

Da wäre zunächst mal dieser Herr:

Das ist Burt Lancaster in dem Film Der rote Korsar. Leider habe ich nur einen Filmausschnitt auf spanisch gefunden, macht aber nichts, die Sprache ist hier nebensächlich. Was mich faszinierte, war die Artistik, Körperbeherrschung und Präzision. Übrigens machte Burt Lancaster seine Stunts selbst,  kein Wunder, er war Trapezkünstler und Hochseilartist, bevor er Schauspieler wurde. Mal nebenbei bemerkt, dieser Film wurde auch heftig in Piraten der Karibik zitiert.

Es geht weiter mit diesem Künstler:

Zu Fred Astaire braucht man wohl kaum Worte verlieren, einer der legendärsten Tänzer aller Zeiten. Wiederum war ich von der Körperbeherrschung und Grazie völlig hin und weg.

Noch mehr allerdings bei dem nächsten Kandidaten:

Gene Kelly habe ich definitiv verehrt und das viele Jahre lang. Ein ganz großer Künstler.

Mein letzter “Held” kommt aus einer ganz anderen Richtung, aber nennt Gene Kelly ebenfalls als einen seiner wichtigsten Einflüsse:

Ich habe bewusst diesen Ausschnitt gewählt, weil das der erste Film mit Jackie Chan war, den ich gesehen habe. Jahre später habe ich dann die übrigen Filme auch komplett gesehen und ihn schliesslich auch persönlich kennengelernt – aber das ist eine ganz andere Geschichte.

Die oben aufgeführten Künstler habe ich deswegen ausgewählt, weil sie mich tatsächlich beeinflusst haben. Ich habe sowohl Tanzen als auch Kung Fu zu meinen Hobbies gemacht und jahrelang ausgeübt. Dass ich heute also körperlich einigermaßen fit bin, verdanke ich unter anderem auch den obengenannten Helden meiner Kindheit.

Jetzt habe ich fast die sechste Runde von Heunis Blogparade verpennt. Dieses Mal geht es um Kinder- und Jugendbücher.

Das ist in meinem Falle schon wieder eine ziemlich lange Geschichte. Sie fängt damit an, dass ich ein… äh, ziemlich aufgewecktes Kind war. Genaugenommen eine Nervensäge erster Güte. Pausenlos am plappern, ständig irgendwas am Auseinandernehmen, alle paar Minuten mit irgendeinem anderen Blödsinn beschäftigt. Früher zuckte man die Schultern und sagte “Hummeln im Hintern”, heute würde mir vermutlich ein übereifriger Kinderarzt ADHS unterstellen.

Irgendwann im zarten Alter von vier Jahren bemerkte ich jedenfalls, dass diese seltsamen Zeichen, auch als Buchstaben bekannt, aneinandergereiht irgendwie einen Sinn ergeben, wenn man in der Lage ist, diese zu entziffern. Meine Eltern waren froh, endlich etwas gefunden zu haben, womit sie mich länger als zehn Minuten am Stück beschäftigen konnten und haben mich bei meinen Versuchen daher auch nach Kräften unterstützt. Auf diese Weise lernte ich mit vier Jahren lesen und fortan war kein geschriebenes Wort mehr vor mir sicher, egal ob Märchenbuch, Tageszeitung oder Gebrauchsanweisung – letztere beide konnte ich zwar lesen, nur mit dem Verstehen haperte es etwas.

Nach kürzester Zeit hatte ich sämtlichen verfügbaren Lesestoff in unserem Heim verschlungen. Aus purer Notwehr besorgte mir meine Mutter dann einen Bibliotheksausweis und im Alter von fünf Jahren wurde ich auf die Kinderabteilung der Bibliothek losgelassen. Fortan schleppte ich regelmäßig ganze Stapel Bücher nach Hause.

Es dauerte immerhin fast sieben Jahre, dann hatte ich die Kinderabteilung durch. Naja, nicht komplett. Aber ich schätze zu 85-90%. Es gab kaum noch Bücher, die ich nicht gelesen hatte und meistens deswegen, weil sie mich nicht interessierten. Das gab natürlich ein Problem. Ich war zwölf, sah aus wie höchstens zehn und in die Jugendabteilung der Bibliothek durfte man offiziell erst ab 14. Ich musste mich also wie ein Ninja an dem Tisch der Bibliothekarin vorbeischleichen und Bücher von dort ausleihen war auch erstmal gestorben, also musste ich direkt vor Ort lesen. Als ich dann endlich vierzehn war, konnte ich direkt in der Erwachsenenabteilung weitermachen.

Man könnte also sagen, ich war eine Leseratte. Bin ich heute noch, wenn auch weniger extrem. Geblieben ist die Fähigkeit, ausgesprochen schnell zu lesen und teilweise ganze Buchpassagen auswendig zu behalten.

Das frühe Lesenlernen war auch nicht immer positiv. Als ich mit sechs Jahren eingeschult wurde, fiel ich aus sämtlichen Wolken als ich feststellte, dass die anderen Kinder Lesen erst lernen müssen. Ich war davon ausgegangen, das kann man einfach. Genauso wie Laufen. Dass es eine Zeit gab, in der man beides nicht konnte, daran erinnert man sich als Kind nicht wirklich, jedenfalls ich nicht. Die anderen Kinder waren natürlich weniger entzückt, vor allem als es dann an solche Sachen wie Diktate und Aufsätze ging und ich – dank meines umfangreichen Lesestoffs – so gut wie nie Schreibfehler machte. Ich war der Streber vom Dienst und entsprechend beliebt. Mehr als einmal habe ich deswegen Prügel kassiert.

Ich sagte ja… längere Geschichte. Aber es ging ja um Kinder- und Jugendbücher. Da erinnere ich mich an eine ganze Menge. Die Bücher von Otfried Preußler habe ich sehr geliebt. Die kleine Hexe, Das kleine Gespenst und natürlich Räuber Hotzenplotz. Ebenso mochte ich Der kleine dicke Ritter von Robert Bolt. Und selbstverständlich alles von Astrid Lindgren, insbesondere Pippi Langstrumpf und Die Gebrüder Löwenherz (bis heute eines meiner Lieblingsbücher). Besonders mochte ich auch sämtliche Bücher, die von der Augsburger Puppenkiste verfilmt wurden; da fallen mir zum Beispiel Jim Knopf ein oder auch Kleiner König Kalle Wirsch. Und natürlich Urmel aus dem Eis.

Ein weiteres Lieblingsbuch war Hexen haben kalte Nasen von Jack Sendak und Uri Shulevitz. Seitdem weiß ich, dass Hexen Schwarz tragen müssen; nur ganz kleine Hexen tragen rosa Unterwäsche. Und wie der Titel schon sagt, haben sie immer kalte Nasen. Ich denke, ich bin möglicherweise eine Hexe.

Dank meiner pädagogisch wertvollen Tante (sie ist Lehrerin), bekam ich auch immer schöne Kinderbücher geschenkt, wie beispielsweise Katze mit Hut oder, im Alter von acht Jahren, mein allererstes Kochbuch Küchenkönig bin ich heut, welches immer noch bei mir im Regal steht. Und natürlich Der kleine Vampir. Damals wäre ich ganz gerne Vampir geworden, glaube ich.
Vergessen darf man in dieser Aufzählung auch auf keinen Fall die Bücher von Erich Kästner, wie zum Beispiel Das fliegende Klassenzimmer, Das doppelte Lottchen, Pünktchen und Anton oder Emil und die Detektive. A propos Detektive: Hörspiele kamen bei mir zuhause ja nicht vor, aber die Geschichten mit den Drei Fragezeichen gab es auch als Bücher und die habe ich alle gelesen.

Etwas später kamen dann die klassischen Abenteuergeschichten dazu. Ich habe mich, bei einige Büchern wie der Winnetou Reihe auch mehrfach, durch die kompletten Werke von Karl May gelesen (und kann heute noch den umfangreichen Namen von Hadschi Halef Omar auswendig). Ebensowie durch die meisten Bücher von Jack London, besonders Wolfsblut und Der Lockruf des Goldes. Und selbstverständlich bis heute zwei meiner absoluten Lieblingsbücher von Mark Twain, Die Abenteuer von Tom Sawyer und Huckleberry Finn. Außerdem ging es damals schon los mit den Sagen und Fantasy. Insbesondere die Artus-Sage und die Nibelungen-Sage habe ich in verschiedenen Versionen gelesen; ungefähr zur selben Zeit stieß ich auch auf einen gewissen J.R.R. Tolkien und ein Buch namens Der kleine Hobbit.

Mit den typischen Mädchenbüchern à la Hanni und Nanni oder Fünf Freunde, beide von Enid Blyton, konnte ich übrigens überhaupt nichts anfangen. Reingeguckt, blöd gefunden, wieder weggelegt. Dafür bekam ich relativ früh eine Stephen King Phase und habe dann Bücher verschlungen, von denen ich regelmäßig nicht einschlafen konnte, wie ES oder Christine.

Das waren dann aber schon nicht mehr wirklich Kinder- und Jugendbücher, darum beende ich diese Aufzählung jetzt mal lieber, bevor ich selbst ein Buch daraus machen könnte. ;)

Letzten Monat habe ich beim Thema Hörspiele ja ausgesetzt; in meiner Kindheit kamen irgendwie keine Hörspiele vor, vermutlich weil ich meinen ersten Cassettenrecorder (!) erst mit 14 bekam. Aber im April lautet das Thema Urlaub mit der Familie – und da kann ich auch wieder mitreden.

Wobei ich mich aus meiner Kindheit nur an insgesamt vier Urlaube mit der Familie erinnere. Als ich noch sehr klein war, so vier oder fünf, jedenfalls noch nicht in der Schule, da fuhren wir in Urlaub gleich in zwei aufeinanderfolgenden Jahren auf die Nordseeinsel Borkum.

Meine Erinnerungen an diese Urlaube beinhalten vor allem diverse Erlebnisse am Strand. Das Übliche natürlich, Sandburgen bauen, Muscheln sammeln, Quallen panieren und was Kinder sonst noch so treiben. Es gab aber auch lehrreiche Erlebnisse. Beispielsweise warum es unter Umständen keine so tolle Idee ist, mit dem Kopf voran von der Rutsche zu rutschen und wie lange es dauert, bis man den ganzen Sand wieder aus Mund und Augen bekommt. Wobei lautstarkes Heulen unheimlich hilft.

Zum Heulen fand ich auch den Wind. Wenn man als Kind die vorgeschriebene Zeit (nämlich bis man blaue Lippen hatte und anfing zu schlottern) im Meer verbracht hatte, sorgte der Wind dafür, dass einem noch kälter wurde. Ausserdem brachte er massenhaft Sand mit, der auf der Haut wieder piekste wie Nadelstiche. In Kombination mit dem Handtuch, mit dem man zwecks Aufwärmen feste abgerubbelt wurde, hatte das Ganze eine Wirkung wie Sandpapier.

Nordsee-Urlaub war eben nix für Weicheier.

Aus diesem Urlaub ist mir auch noch ein besonderes Souvenir in Erinnerung geblieben. Es gab dort nämlich einen Spielzeugladen und im Schaufenster desselben stand ein kleines, rotes Spielzeugtelefon. Es war Liebe auf den ersten Blick. Ich musste dieses Telefon haben! Jedes Mal wenn wir dort vorbeigingen, drückte ich mir die Nase am Schaufenster platt und verkündete, dieses Telefon dringend zu benötigen. Bis mir meine Eltern irgendwann strikt erklärten, das käme ja wohl überhaupt nicht in Frage. Worauf ich mitten auf Borkums belebter Einkaufsstraße stehenblieb und hinter ihnen herbrüllte

“Dann suche ich mir eben andere Eltern!”

Natürlich habe ich das nicht in die Tat umgesetzt. Aber offenbar hatten sie doch Angst bekommen; am Tag vor der Abreise bekam ich ein kleines Päckchen in die Hand gedrückt und darin befand sich das Telefon!

Von einem dieser Urlaube hat man mir auch berichtet (ich selbst erinnere mich nicht mehr daran), dass es auf irgendeiner Schiffsüberfahrt wohl mächtigen Seegang gab. Während sich um mich herum alles grünlich verfärbte und viele der Mitfahrer sich ohne Aufhebens wieder von ihrem Frühstück trennten, saß ich völlig ungerührt unter Deck und futterte meine Schinkenbrote. Damals stellte sich heraus, dass ich wohl gegen Seekrankheit ziemlich immun bin.

Leider nicht immun, war ich gegen irgendeinen Virus oder Bakterien oder was auch immer, die einige Jahre später bei einem Urlaub in Rumänien, in irgendeinem Badeort am Schwarzen Meer, bei diversen Mitreisenden eine recht unangenehme Magen-Darm-Geschichte verursachte. Ich verbrachte jedenfalls den überwiegenden Teil des Urlaubs im Hotelzimmer bzw. im Bad. Das war jetzt nicht so schlimm, wie man meinen könnte, denn der Ort war sowieso ausgesprochen trostlos, das Essen war grauenhaft und in der Umgebung gab es auch nichts Sehenswertes. Dafür war der Urlaub aber unglaublich billig.

Das Interessanteste war noch die DDR-Reisegruppe, deren Reiseleiter sie mit Argusaugen bewachte, damit sie nicht versehentlich von den bösen, imperialistischen Wessis (uns) infiltriert werden konnten.
Die Einheimischen waren da entspannter; fast jeder hatte irgendeine dramatische Geschichte von einem armen Verwandten auf Lager, dem es gerade furchtbar schlecht ging und der sich ganz sicher über ein Geschenk aus dem Intershop, wie einer Flasche Whisky oder einer Stange Zigaretten, unglaublich freuen würde. Wir würden natürlich den entsprechenden Gegenwert in heimischer Währung bekommen, es sollte ja unser Schaden nicht sein. Da hilft man doch gern, oder?

Insgesamt war ich froh, dort wieder wegzukommen.

Ein weiterer Urlaub, an den ich mich erinnere, war wiederum einige Jahre später und ging nach Österreich, an den Zeller See. Da meine Eltern kein Auto hatten, fuhren wir mit einer Busreisegruppe, deren Altersspiegel wir durch unsere Anwesenheit auf ungefähr 60 Jahre senkten. Mit einer Gruppe Rentner im Bus unterwegs zu sein, ist nicht wirklich, was man sich als Kind unter Ferien vorstellt.
Als erfreulichstes Ereignis dieser Reise ist mir im Gedächtnis geblieben, dass meine kleine Schwester die Windpocken bekam und ich demzufolge davon befreit war, auf sie aufpassen zu müssen. Das übernahmen dann unsere Eltern abwechselnd im Hotelzimmer, so dass ich sehr viel Zeit für mich hatte. Allerdings bekam ich im Anschluss an den Urlaub ebenfalls die Windpocken.

Wenn ich mir unsere Familienurlaube so im Nachhinein betrachte, wundert es mich nicht, dass es nur so wenige waren. ;)

Und weiter geht es mit dem Blogprojekt von Heuni, bei dem wir uns in die eigene Kindheit zurückversetzen dürfen. Mein Beitrag kommt auf letzten Drücker, aber besser spät als nie!

Das Thema für den zweiten Abschnitt lautet Trickserien.

Irgendwie war mir immer so, als hätte ich in meiner Kindheit nicht allzuviel Zeit vor dem Fernseher verbracht. Dafür war ich dann sehr erstaunt, wie viele Trickserien mir nach einigem Nachdenken einfielen.

Meine früheste Erinnerung ist sicherlich die an den kleinen Maulwurf. Den gab es damals im Rahmen der Sendung mit der Maus. Was habe ich ihn geliebt! Und sein Weinen ist auch heute noch genauso herzzerreissend wie damals.

Weitere Trickserien die ich als Kind gerne gesehen habe, waren beispielsweise Calimero, Die schnellste Maus von Mexiko, Herr Rossi, Wickie und die starken Männer, Captain Future, Biene Maja, Heidi, Paulchen Panther, alle Folgen der Es war einmal… Reihe und natürlich Grisu, der kleine Drache. Ich bin meiner Umwelt mit dem Ausruf “Ich werde Feuerwehrmann!” damals ganz schön auf die Nerven gefallen.

Eine meiner absoluten Lieblings-Trickserien kam allerdings erst heraus, als ich strenggenommen schon kein Kind mehr war: Alfred J. Kwak. Bei der ersten Folge hatte ich anfangs nur reingeschaut, weil ich als Kind die Serie Die seltsamen Abenteuer des Herman van Veen sehr gemocht hatte und jetzt neugierig war. Das hielt mich allerdings keineswegs davon ab, bereits in der zweiten Folge Rotz und Wasser zu heulen, als Alfred seine Familie verlor und ab da keine Folge mehr zu verpassen. Für mich eine der schönsten Kinderserien der letzten Jahrzehnte.

Aber eigentlich habe ich ja gar nicht so viel ferngesehen… ;)

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