Vor ein paar Wochen entdeckte ich zufällig auf einem Plakat, dass an diesem Wochenende in Berlin ein Japan Festival in der Urania stattfinden würde. Für jemanden der sich für Bento interessiert und für Anime und allerlei niedliches Kawaii-Zeugs ist das natürlich ein Termin, den man nicht versäumen dürfte. Dachte ich.
Obwohl ich den Eintrittspreis ja schon irgendwie für glatten Raub hielt – ich meine, 13 Euro dafür, dass man letztlich so eine Art Messe mit Verkaufsständen und ein paar Vorführungen besuchen kann? Aber ich war neugierig, also ging ich hin.
Es war mehr so… meh!
Falls die Organisatoren vorhatten, die Atmosphäre eines Ramschflohmarktes mit der drangvollen Enge einer Tokyoter U-Bahn zu verbinden – also das ist ihnen gelungen! Das Ganze fand in erster Linie in Gängen und Treppenhäusern der Urania statt, es war eng, sehr sehr voll, es gab jede Menge Tische vollgestellt mit allerlei japanischem Krimskrams, der sich leider auf den zweiten Blick meistens als ziemlicher Ramsch herausstellte. Größtenteils war die angebotene Qualität nicht beeindruckend, das habe ich anderswo schon schöner gesehen.
Schön anzusehen waren dann wiederum die diversen Cosplayer, die sich viel Mühe mit ihren Kostümen gegeben hatten. Schon lustig, wenn da auf einmal Cloud und Sephiroth einträchtig vereint an einem vorbeischweben. Und natürlich die verschiedenen Lolitas, die allesamt sehr hübsch waren.
Ich habe dann noch ein Weilchen beim Origami und bei ein paar Manga-Zeichnern zugesehen. Auch den Stand von dem Sake-Laden und einem Laden für japanischen Tee fand ich interessant, aber ich denke, da sollte man vielleicht doch eher dem Laden selbst einen Besuch abstatten, da hat man mehr davon.
Sehr aufschlussreich fand ich auch, wie die Stände mit Sammelfiguren und Modellen frequentiert wurden. Diese Figuren stellen ja zumeist junge Damen in leichter Bekleidung und von der Schwerkraft unabhängiger Anatomie dar und das Publikum das diese Stände umlagerte war überwiegend männlich und deutlich über vierzig. Aha.
Das Speisenangebot war dann wieder ziemlich enttäuschend, von dem normalen Cafeteria-Angebot der Urania mal abgesehen, gab es einen Stand mit den unvermeidlichen Sushi und einen zweiten, wo man Yakitori-Spiesse in verschiedenen Variationen kaufen konnte. Bei beiden Ständen musste man ziemlich viel Geduld mitbringen, ich schätze die Wartezeit in der Schlange wird locker zwischen einer Viertel- und halben Stunde betragen haben.
Also unterm Strich: Neugier befriedigt, muss ich nicht nochmal machen. Zu eng, zu voll und ganz besonders zu teuer.
Total vernetzt!