Drei Wochen Arbeitssuche, zwei Vorstellungsgespräche, ein neuer Job!

Ab dem ersten Februar geht es los. Ich freue mich. Und spare mir an dieser Stelle sämtliche sarkastischen Bemerkungen über den deutschen Arbeitsmarkt.

Die denke ich mir bloß…

Heute morgen dachte ich, ist denn echt schon Freitag?
Andererseits: zum Glück ist endlich Freitag. Diese Woche war ich so beschäftigt, ich kann ein verlängertes Wochenende jetzt wirklich gebrauchen!

Das fing ja schon am letzten Wochenende an. Da fiel mir zunächst auf, dass die Sonne ab dem Nachmittag genau auf meinen Monitor scheint. Mal ganz davon abgesehen, dass man da nicht mehr wirklich viel sieht, aber die Temperaturen die sich da so entwickeln sind sicher auch nicht ganz gesund für so ein TFT. Ich habe mir jedenfalls fast die Finger dran verbrannt. Also: mal eben das ganze Wohnzimmer umräumen, damit der Schreibtisch künftig woanders steht.

Wo ich dann grad dabei war, habe ich dann auch noch sämtliche Kratzer (Katzen, man erinnere sich) in der Tapete mit Farbe übermalt und da ich immer noch überschüssige Energie hatte, einfach mal mein Bücherregal umsortiert. Ich habe es jetzt auf die Bücher beschränkt, die ich wirklich am liebsten mag; fast zwei Drittel meiner Bücher habe ich aussortiert und die werden jetzt verkauft und verschenkt. (Mir fällt grad auf, das ist vielleicht nicht die schlaueste Idee, das im Blog zu erzählen, wo diejenigen mitlesen, die beim letzten Umzug meine etlichen Bücherkisten schleppen mussten … ähm…).

Diese Woche hatte ich dann außer Arbeit – wo wir momentan auch ein paar, naja, ich nenne es mal “sportliche Aufgaben”, zu tun haben – auch noch jeden Abend drei Stunden Sprachkurs. Und das war wirklich der Hammer! Ich kam zwar jeden Abend nach Hause und war vollkommen platt; aber der Kurs hat sich richtig gelohnt. Vor zwei Wochen konnte ich mich grade mal an drei Wörter Französisch erinnern, jetzt kommuniziere ich wieder in ganzen Sätzen und die machen sogar meistens noch Sinn!

Laut Aussage meiner Lehrerin und dem Ergebnis mehrerer Online-Tests zufolge, habe ich ein Sprachniveau zwischen dem Level B1 und B2. Das ist schon verdammt gut, wenn man bedenkt, dass ich praktisch seit meinem Abitur nichts mehr mit der französischen Sprache am Hut hatte (nee, ich sag euch nicht, wie lange DAS her ist!). Mir geht es natürlich trotzdem zu langsam und ich habe das Gefühl, mich kaum artikulieren zu können – aber klar, ich vergleiche auch mit meinem Englisch, obwohl das Blödsinn ist.

Zumindest habe ich ausbaufähige Sprachkenntnisse, das ist schon mal fein. Das Lernen als solches hat übrigens total viel Spass gemacht, es war eine sehr nette Gruppe und die Lehrerin ist top, weil sie keine langweiligen Lehrbuchsätzchen wiederholt sondern die Sprache so lehrt, wie sie auch wirklich gesprochen wird. Jetzt kann ich mich allerdings nicht auf meinen Lorbeeren ausruhen. Der nächste Kurs ist schon in Planung; dann vielleicht aber nicht ganz so crashkursmäßig..

 

Ich lebe noch. Also größtenteils irgendwie. Bei meinen Füßen bestehen gewisse Zweifel, die sind dank täglicher Touren durch Berlin zwecks Wohnungsbesichtigung schon ziemlich plattgelatscht. Aber von vorne…

Seit Anfang der Woche arbeite ich also in der neuen Firma und bin restlos begeistert. Nette Kollegen, schönes Büro, angenehme Arbeitszeiten und eine erstklassige Kaffeemaschine (obwohl ich ja eigentlich gar keinen Kaffee trinke, aber…). Ich darf endlich wieder mit SAP arbeiten und hätte vor Freude fast meinen PC umarmt.

Meine Tage sind allerdings lang, denn nach der Arbeit zockele ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln quer durch Berlin und gucke Wohnungen an. Das sieht leider mittlerweile meistens so aus, dass da ein Termin angesetzt wird – gerne auch mal mitten am Tag, da frage ich mich dann immer, ob sie keine berufstätigen Mieter wollen? – und dann wandern da 20-30 Leute durch die Wohnung und treten sich gegenseitig auf die Füße. Jedenfalls bei den provisionsfreien, günstigen Wohnungen. Und Provision zahlen wolln wa ja nich!

Leider liegen die auch meistens in Gegenden, die nicht ganz so hübsch sind. Am Montag habe ich mir eine Wohnung in Moabit angesehen, wo schon die aufgebrochenen Briefkästen und Graffiti im Treppenhaus einen echt anheimelnden Eindruck machten. Oder die Wohnung liegt direkt an einer Hauptstraße, so wie gestern in Neukölln. Mal sehen, was mich in den nächsten Tagen noch erwartet.

Das Ganze ist auch enorm anstrengend habe ich festgestellt. Ich wohne momentan bei einem Freund und seinen beiden Töchtern, wo ich dann meistens erst abends wieder ankomme. Dann noch essen, bisschen quatschen, E-Mails, Feedreader & Co. checken, gucken ob neue Wohnungsanzeigen da sind – und dann fallen mir fast schon wieder die Augen zu.

Momentan ist also noch nichts von wegen, in Berlin das dolce vita geniessen. Was bin ich froh, wenn diese ganze Wohnungssuche und Umzieherei abgeschlossen ist.

Aber schön ist’s doch! :)

Morgen geht es los mit dem neuen Job. Jetzt muss ich nur noch ein paar winzige Details erledigen, wie beispielsweise eine neue Wohnung finden, Umzug organisieren, mir einfallen lassen wie ich meinen Freund hier herlocke (Erdbeer-Muffins sind ziemlich erfolgversprechend!) und mehr so Kleinigkeiten.

Aber den passenden Soundtrack habe ich immerhin schon gefunden:

Große Ereignisse werfen ja bekanntlich ihre Schatten unter die Augen.
Über’s Wochenende ist die Tatsache, dass ich nicht nur in Kürze wieder Arbeit habe, sondern dann natürlich auch nicht mehr hier sein werde, so langsam ins Bewusstsein eingesunken. Jetzt muss natürlich alles Mögliche organisiert werden.

Zunächst mal sollte natürlich das Arbeitsverhältnis in Sack und Tüten sein. Dann muss die Wohnung bis zum Monatsende gekündigt werden. Ich ziehe weg, der Mann bleibt da, der ist ja noch wenigstens ein Jahr unabkömmlich. Schwiegermutter hielt sich denn am Wochenende angesichts der frohen Botschaft auch gar nicht mit überflüssigen Freudenbekundungen auf sondern kam gleich aufs Wesentliche: Die Wohnung könnten wir (wen meint sie jetzt mit wir?) dann aber nicht behalten, die wäre ja viel zu groß und zu teuer. (Ja, es ist nun mal kein Plattenbau, sorry!). Dass wir vor zwei Jahren diverserlei Möbel angeschafft und einige Einbauten wie beispielsweise die Küche getätigt haben, ist rückblickend rausgeschmissenes Geld, aber leider nicht zu ändern. Muss halt wieder alles ausgebaut werden, falls nicht ein eventueller Nachmieter dafür zahlen möchte.

Aber erstmal heisst es doppelte Haushaltsführung; da muss ich mir dann also übergangsweise ein Schlafplätzchen in Berlin organisieren (falls jemand hier jemanden kennt, der für einige Wochen oder Monate günstig ein Zimmer vermietet, würde es mich freuen davon zu hören!) und dann natürlich Wohnung suchen. Zur besseren Finanzierung des Ganzen kann ich hoffentlich dem Arbeitsamt noch ein paar Zuschüsse aus dem Kreuz leiern, immerhin ziehe ich ja der Arbeit hinterher.

Wohnung suchen in Berlin ist ja immer eine lustige Sache, das habe ich ja schon mehrfach gemacht. So richtig damit loslegen kann ich natürlich erst, wenn ich vor Ort in Berlin bin und die Finanzierung und Übergabe der alten Wohnung geklärt ist. Aber spaßeshalber habe ich schon mal am Wochenende Wohnungsanzeigen angeguckt, damit ich weiss, was mich überhaupt so erwartet. Was manche Makler oder Vermieter da so von sich geben, darüber könnte man ganze Bücher schreiben. Da wird ganz enthusiastisch ein einsam in der leeren Küche herumstehender Gasherd als Einbauküche angepriesen und ein Abstellkämmerchen von zwei Quadratmetern mutiert mal eben zum dritten Zimmer. Lustig fand ich auch die Anzeige, die kein Blatt vor den Mund nahm. “Sehr gepflegter Altbau, was man von der Wohnung nicht behaupten kann. [...] Hier wohnten bis vor kurzem die Flodders. Ausstattung: einfach unterdurchschnittlich. [...]. ” Und so ging’s noch eine Weile weiter. Die Fotos zeigten, die Beschreibung war nicht übertrieben. Anderswo wird so etwas aber meist lakonisch mit “renovierungsbedürftig” umschrieben. Aber Wohnungs-anzeigen muss man ja eh so ähnlich lesen, wie Reisekataloge. Merke: “schalldämmende Wärmeschutzverglasung” baut man üblicherweise nur ein, wenn man wegen der Hauptstraße vor dem Fenster ansonsten in der Bude kein Wort verstehen würde. Und in einer Wohnung mit “originellem Zuschnitt” sollte man keine Stellflächen für längere Bücherregale oder Schrankwände erwarten.
Ich bin aber trotzdem ganz zuversichtlich, dass ich eine nette, bezahlbare Wohnung mit schöner Ausstattung und in zentraler Lage finde. Das habe ich bis jetzt noch immer geschafft.

Die Aussicht, jetzt erstmal ein paar Wochen quasi aus dem Koffer zu leben, ist natürlich nicht ganz so heimelig. Insbesondere spiele ich mit dem Gedanken, mir jetzt doch mal endlich ein Notebook anzuschaffen; ich kann ja meinen Computer nicht ständig mit mir herumschleppen. Hier gilt ebenfalls: falls jemand einen Tipp hat, sein altes Notebook preiswert verticken möchte oder vielleicht eines besitzt, was er für ein paar Wochen leihweise entbehren könnte, immer her damit! Ich brauche es im wesentlichen nur zum Mails lesen, surfen und bloggen; bei einem selbst gekauften Notebook würde ich warscheinlich aber Wert auf eine anständige Grafikkarte etc. pp. legen, damit ich dann auch mal damit zocken kann.

Unter dem Strich gibt es jedenfalls unglaublich viel zu tun jetzt. Aber im Abarbeiten von To-Do-Listen bin ich ja ganz gut. Dann genieße ich noch mal meine letzten Tage hier im Erzgebirge, bevor es wieder in die große Stadt geht! :)

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