Früher habe ich mal für Rockstars geschwärmt. Später dann für Schauspieler. Mittlerweile himmele ich Köche an. Essen, die Erotik des Alters?

David Lebovitz ist so einer von diesen Köchen, die nicht nur jede Menge Kochbücher verkaufen sondern auch noch ständig die leckersten Rezepte online veröffentlichen. Als ich vor ein paar Tagen auf seinem Blog das Rezept für Schokoladenkuchen las, wusste ich, das muss nachgemacht werden. Zumal gerade ein Geburtstag vor der Tür stand, von einer Person die mir kürzlich von einem Schokoladenkuchen ohne Mehl vorgeschwärmt hatte. Da kam das Rezept genau richtig.

Er nennt den Kuchen “Chocolate Idiot Cake” weil er so simpel ist, dass ihn wirklich jeder nachmachen kann. Sagt David Lebovitz. Der hat aber auch noch nie erlebt, wie ich regelmäßig meine gesamte Küche unter Wasser setze, wenn ich versuche, Kuchen im Wasserbad zu backen. Aber hey, man wächst an seinen Herausforderungen.

Wie bei allen Rezepten, die ganz einfach sind und mit wenigen Zutaten auskommen, hängt hier auch alles von der Qualität besagter Zutaten ab. An der Schokolade sollte man nicht sparen, sondern eine wirklich gute nehmen; ich habe hier eine mit 70% Kakaoanteil von Rausch verwendet.

Chocolate Idiot Cake

  • 290g gute bittere oder Zartbitterschokolade mit hohem Kakaoanteil, in Stücke gebrochen
  • 200g Butter
  • 200g Zucker
  • 5 große Eier
  • etwas Butter und Kakaopulver für die Form

Den Backofen auf 175°C vorheizen. Eine 23 cm Springform buttern und mit Kakao bestäuben – eine größere Form geht notfalls auch, dann wird der Kuchen aber flacher. Da die Form nachher im Wasserbad steht, muss sie von außen fest mit Alufolie umwickelt werden, falls sie nicht ganz dicht ist.

Schokolade und Butter im Wasserbad oder in der Mikrowelle schmelzen. Die Eier mit dem Zucker aufschlagen bis sich der Zucker aufgelöst hat, dann die flüssige Schokoladen-Butter-Mischung unterrühren bis man einen glatten Teig hat. Den Teig in die Springform füllen und diese mit Alufolie abdecken. Dann die Form in eine Fettpfanne o.ä. stellen und warmes Wasser angießen bis die Form ca. zur Hälfte im Wasser steht. Wasserbad mit Form in den Backofen stellen (vorzugsweise, ohne dabei die Küche zu fluten) und 1 1/4 Stunden backen. Währenddessen den restlichen Teig aus der Schüssel lecken und sich dabei von oben bis unten bekleckern (nicht obligatorisch, aber traditionell).

Am Ende der Backzeit die Alufolie entfernen und Fingerprobe machen: die Oberfläche des Kuchens sollte sich elastisch wie bei Schokoladenpudding anfühlen und der Finger muß sauber bleiben.

Kuchen aus dem Backofen und aus dem Wasserbad nehmen, Alufolie entfernen und auf einem Gitter auskühlen lassen. In Stücke schneiden und z.B. mit Sahne, Eiscreme oder Vanillesoße servieren.
Laut David Lebovitz kann man den Kuchen auch 3-5 Tage im Kühlschrank aufbewahren. Ich bezweifele, dass er so lange überlebt.

Anmerkung: in meinem Falle bezog sich das “Idiot” übrigens darauf, dass ich zu blöd bin, ein unverwackeltes Bild von einem dunklen Schokoladenkuchen zu machen. Tja…

Wochenende. Zu faul zum Einkaufen, eigentlich auch zu faul zum Kochen, aber Hunger. In der Küche liegt noch ein Pfund Kirschtomaten und guckt mich vorwurfsvoll an. Da war doch was?

Vor ein paar Tagen hatte ich ein ziemlich lecker klingendes Rezept für Tomaten-Mozzarella-Pizza bei David Lebovitz gelesen, in dem im Ofen geröstete Tomaten vorkamen. Knoblauch und Thymian finden sich auch noch im Haushalt, Mozzarella ist im Kühlschrank. Nur für den Pizzateig war ich zu faul und habe das Ganze einfach in fertigen Yufkateig eingewickelt. Ging ganz schnell und war einfach.

Normalerweise hauen mich Tomaten ja nicht so vom Hocker, aber im Ofen geröstet – Geschmacksexplosion!

Tomatenrolle mit Mozzarella

  • 500g kleine Tomaten
  • 2-3 Knoblauchzehen
  • kleines Bund frischer Thymian (oder 1 TL getrockneter)
  • 1-2 EL Olivenöl
  • Salz, Pfeffer
  • 2 Kugeln Mozzarella
  • 5-6 Blätter Yufka-Teig (oder Filoteig oder Blätterteig)

Tomaten waschen, je nach Größe halbieren oder vierteln. Thymianblättchen von den Stengeln zupfen, Knoblauchzehen pellen und in Scheibchen schneiden. In einer Schüssel die Tomaten, Knoblauch, Thymian mit Olivenöl gut mischen und mit Salz und Pfeffer würzen, dabei nicht zu zaghaft vorgehen. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech verteilen, so dass die Tomaten alle nebeneinander Platz finden und dann bei 150°C-180°C für eine Stunde im Backofen garen. Die Tomaten sollen angeröstet werden, aber nicht verbrennen, also gelegentlich mal nachgucken.

Die Yufka-Teigblätter auf einer geeigneten Unterlage ausbreiten. Mit dem in Scheiben geschnittenen Mozzarella belegen. Darauf dann die gerösteten Tomaten verteilen. Aufrollen, mit Wasser bestreichen (oder ganz unprätetiös mit der Blumenspritze nassmachen), auf’s Backblech legen und ca. 20 Minuten bei 150°C backen.

Guten Appetit!

Diesen Monat gibt es bei Missys Paradepower wieder ein Thema nach meinem Geschmack! Es geht nämlich ums Kochen.

  • Sagst Du von Dir selbst, dass Du kochen kannst?
    Doch, schon. Also wenn ich mir vornehme ein Rezept nachzukochen, kommt dabei normalerweise etwas Eßbares heraus. Meistens sogar lecker. Ich kenne allerdings sehr viele Leute, die wesentlich besser kochen als ich.
    Ok, ein paar die schlechter kochen auch. Keine Namen! ;)
  • Kochst Du lieber für oder mit anderen?
    Beides gerne. Für andere kochen ist eine der nettesten Beschäftigungen überhaupt, die meisten Leute freuen sich total wenn sie bekocht werden. Mit anderen zusammen kochen, macht normalerweise auch Spass – selbst wenn man komplettes Chaos anrichtet und dann doch eine Pizza bestellen muss, bevor man die Küche renoviert. Komplizierte Sachen koche ich aber lieber zusammen mit Leuten, die wissen was sie tun.
  • Was gibt es bei Dir, wenn es schnell gehen muss?
    Käsebrot. Kein Witz. Ich habe immer diverse Sorten Käse im Kühlschrank, vor mir ist keine wohlsortierte Käseabteilung sicher und ich schrecke vor keinem noch so stinkigen Käse zurück. Notfalls auch ohne Brot. Aber gerne mit Wein.

  • Was machst Du am liebsten? Komplizierte Hauptgerichte, leckere Nachspeisen…?
    Da bin ich nicht festgelegt. Ich lese ein Rezept und will es ausprobieren oder ich esse irgendwo etwas, das lecker ist und will es nachkochen. Ich koche am liebsten querbeet und mache auch gerne mal Experimente.
  • Siehst Du Dir Kochshows im Fernsehen an oder kaufst Dir Kochbücher, um dazu zu lernen?
    Kochshows überhaupt nicht (außer ein paar alte Folgen mit Jamie Oliver über YouTube), von meinen ungefähr zwei Metern Kochbüchern habe ich auch nur noch ungefähr ein Viertel behalten. Was neue Rezepte und Ideen betrifft bin ich heute total Web 2.0: ich lese Kochblogs. Davon allerdings jede Menge. Es gibt unglaublich tolle Köche im Web, von denen man eine Menge lernen kann.
  • Erzähle uns kurz von Deinem Lieblingsgericht, natürlich mit Rezept ;-) [optional]
    Ich habe nicht nur ein Lieblingsrezept. Alle Rezepte hier auf dem Blog sind irgendwie Lieblingsrezepte. :)

 

“Gods be true, Arya, sometimes you act like such a child,” Sansa said. “I’ll go by myself then. It will be ever so much nicer that way. Lady and I will eat all the lemon cakes and just have the best time without you.”

Die Buchreihe A Song of Ice and Fire, nach der die HBO-Serie Game of Thrones gedreht wird, ist in vielerlei Hinsicht unglaublich detailliert. Das fängt bei einer Vielzahl von Charakteren an, geht über Historie, Kleidung, regionale Gebräuche bis hin zum Essen. Mittlerweile gibt es schon Fans die Gerichte aus den Büchern umsetzen, wie beispielsweise auf der Seite The Inn at the Crossroads, die kürzlich sogar einen Vertrag erhalten haben, ihre Rezepte als ganz offizielles Kochbuch zu veröffentlichen.

Der Sender HBO hat jetzt auch ein Kochrezept veröffentlicht, für die in Westeros offenbar unglaublich beliebten Lemon Cakes. In den Büchern werden sie recht häufig erwähnt und insbesondere Sansa Stark liebt diese kleinen Kuchen. Ich habe das Originalrezept in unsere Maßeinheiten übertragen und ausprobiert. Wahnsinnig lecker!
Allerdings ist das Ergebnis eher wie Pudding als wie Gebäck; wenn man lieber klassische Kuchen oder Kekse haben möchte, sollte man sich vielleicht an eines der Rezepte von Inn at the Crossroads halten.

Lemon Cakes nach Game of Thrones

  • 115 g Zucker
  • 2 Eier
  • 3 1/2 EL Mehl
  • Prise Salz
  • 160 ml Buttermilch
  • 2 1/2 EL Zitronensaft
  • abgeriebene Schale einer Zitrone
    (das Originalrezept möchte Schale von anderthalb Zitronen, aber was soll ich mit einer halbnackten Zitrone anfangen?)
  • Butter für die Förmchen

Sechs kleine Auflaufförmchen mit Butter einfetten und mit etwas Zucker bestäuben.
Eier trennen. Eiweiß zu steifem Schnee schlagen. Zucker, Mehl und Salz in einer Schüssel vermischen. In einer anderen Schüssel Buttermilch, Zitronensaft, Eigelb und Zitronenschale mit dem Mixer verrühren. Nach und nach die Zucker-Mehl-Mischung dazugeben. Anschließend vorsichtig den Eischnee unterheben.

Teig auf die Förmchen verteilen. Anschließend die Förmchen in eine große Auflaufform, Fettpfanne o.ä. stellen und heißes Wasser drumherum angießen bis die Förmchen halb im Wasser stehen. Form fest mit Alufolie abdecken und im Ofen auf 150°C für 25 Minuten backen. Dann die Alufolie abnehmen und für weitere 15 Minuten backen. Die Lemon Cakes sollten an der Oberfläche leicht gebräunt sein und elastisch nachgeben wenn man mit dem Finger draufdrückt.

Aus den Förmchen auf Teller stürzen, abkühlen lassen, essen und sich wie am Hof von Kings Landing fühlen!

Leider ein Fake. Aber ich würde es sowas von kaufen. Und vernaschen.
Gesalzenes Karamel und kleine, in Karbonit gefrorene Han Solos aus Schokolade? Yummy!!!

via Saarwars

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