Um die Feiertage herum ist immer eine gute Zeit um Filme zu gucken, wenn man, vom Weihnachtsessen noch ganz voll, gemütlich auf dem Sofa sitzt. Zwar überschlagen sich die Fernsehsender zu dieser Zeit immer mit Angeboten, aber ich stelle mir lieber mein eigenes Programm zusammen. Das kann ich dann auch gucken, wann immer mir danach ist.

Heute und in den kommenden Tagen wollte ich daher ein paar Filme präsentieren, die für mich zum Festtagsprogramm passen. Den Anfang macht heute

trading-places-380x319Die Glücksritter (Original: Trading Places, USA 1983)

Heute vermutlich nicht mehr so bekannt, war dies eine der erfolgreichsten Komödien der 80er Jahre. Eddie Murphy stand nach Nur 48 Stunden noch ganz am Anfang seiner Karriere, Jamie Lee Curtis war dank Halloween zur Queen of Scream aufgestiegen und Dan Akroyd war wenige Jahre zuvor noch im Bluesmobil durch die Gegend gefahren. Hier bekommen die drei es mit einer ganz anderen Art von Kriminellen zu tun, die mit den weißen Kragen und Aktenkoffern.

Der Titel Trading Places ist ein Wortspiel. Zum Einen bedeutet er “Handelsplätze”; und die Börse spielt im Film eine entscheidende Rolle. Die zweite Bedeutung ist, “die Plätze tauschen” und dies tun Louis Winthrop III (Dan Akroyd) und Billy Ray Valentine (Eddie Murphy) im Film, wenn auch ohne dass es ihnen zunächst bewusst ist. Sie sind nämlich ausgerechnet kurz vor Weihnachten Gegenstand einer Wette der beiden ebenso steinreichen wie herzlosen Brüder Duke, Inhaber einer Warentermin-Börsenmaklerfirma für die Louis arbeitet. Der Versuch, einen Penner zum Geschäftsführer zu machen, während der erfolgreiche Geschäftsmann seinerseits in der Gosse landet ist zunächst erfolreich – bis die beiden Betrogenen, assistiert von der Prostituierten Ophelia (Jamie Lee Curtis) und dem Butler Coleman (Denholm Elliot) dem Schwindel auf die Spur kommen und den Spieß umdrehen.

Auch wenn der typische 80er Jahre Look, insbesondere die Kleidung und Frisuren, uns heute meistens eher unfreiwillig komisch vorkommen, macht es doch immer noch Spass, den Film anzusehen. Dies ist vor allem den Hauptdarstellern zu verdanken und dem Drehbuch, das zahlreiche bissige Seitenhiebe auf Amerikas reiche, weiße Elite bereithält. Alleine um zu erleben, wie Dan Akroyd als sturzbesoffener, vollkommen versiffter Weihnachtsmann durch die Gegend wankt, lohnt es sich. Für die Männer gibt es noch einen guten Grund: Jamie Lee Curtis.

Vielleicht nicht der Film, den man mit den Kinderchen am Nachmittag gucken sollte, aber für einen lustigen Fernsehabend auch nach so vielen Jahren immer noch gut.

Gestern abend waren wir mit Freunden im Kino und haben uns 2012 angesehen.

Leider haben wir vergessen, vorher das Hirn auszuschalten, insofern war der Kinoabend dann doch nicht ganz so erfreulich.

Filme wie diese folgen immer einem bestimmten Schema. Es beginnt mit einer Vorgeschichte, in der das kommende Unheil pseudowissenschaftlich vorhergesagt wird. In den meisten Filmen werden die Warnungen der Wissenschaftler ignoriert, worauf die Katastrophe die Menschheit unvorbereitet trifft. In diesem Film wird den Wissenschaftlern zugehört und Vorkehrungen getroffen – für diejenigen, die wichtig oder reich genug sind, gerettet zu werden. Den Rest der Menschheit trifft die Katastrophe unvorbereitet. Das macht aber nichts, denn die bekommen wir ohnehin nur als kleine zappelnde Figuren in einem riesigen CGI-Haufen mit, darum berührt uns der Tod von Millionen hier auch nicht so sehr.

Davon abgesehen folgt der Film weiter dem Katastrophenfilm-Baukasten: es werden einige Protagonisten vorgestellt, damit wir jemanden haben, mit dem wir mitleiden können und der uns durch die zunehmende Zerstörung führt. Dabei passieren natürlich ständig noch kleinere Beinahe-Katastrophen, bei denen zum Glück nur die unwichtigen Begleiter sterben. Bei Star Trek hätten sie rote Hemden an, aber auch hier ist frühzeitig klar, wer das Ende nicht erleben wird. Gegen Schluss, als es so aussieht, als könnte es tatsächlich sowas wie eine Rettung geben, wird natürlich nochmal alles viel schlimmer und wie immer in diesen Fällen scheint schon alles verloren. Rettung erfolgt natürlich erst in letzter Sekunde – buchstäblich, denn auch der unvermeidliche digitale Countdown fehlt nicht – durch den heldenhaften Einsatz des Protagonisten, der entgegen jeglicher Logik den Tag rettet. Am Schluss fahren wir dann alle dem Sonnenaufgang entgegen. Oder so ähnlich.

Ein paar Beispiele. Achtung, es folgen SPOILER!

  • Die ganze Katastrophe findet statt, weil Sonneneruptionen die Anzahl der Neutrinos erhöhen und dieser Vorgang wie Mikrowellen den Erdkern aufheizt. Das ist pseudowissenschaftlicher Quatsch; aber fast jeder Katastrophenfilm hat eine schwachsinnige Erklärung wie diese, also geht das gerade noch in Ordnung.
  • Als der Westen der USA in Erdspalten versinkt und im Yellowstone Park Vulkane ausbrechen, fliehen die Protagonisten per Flugzeug. Auftanken wollen sie dieses auf Hawaii. Auf einem eh schon aktiven Vulkan? Hallo?
  • Die diversen Erd- und Seebeben im Film lösen natürlich auch Tsunamis aus. Auf dem Meer schwimmt ein gigantischer Ozeandampfer, der von einer noch viel gigantischeren Welle einfach mal überrollt und verschluckt wird. Völliger Unfug, denn Tsunamis werden erst in Ufernähe zu gigantischen Wellenbergen. Auf dem offenen Meer sind diese Wellen nicht wesentlich höher als andere und so würde man auf dem Ozeanriesen warscheinlich gar nicht merken, dass gerade ein Tsunami darunter durch gerollt ist.
  • Man sollte annehmen, dass wenn man Schiffe speziell zur Rettung im Fall von Tsunamis etc. baut, dass man dieses erstens nicht am Ende eines Tales tut, wo das ankommende Wasser durch die Form des Tals seine maximale Zerstörungskraft entfalten kann und zweitens beim Bau mit einkalkuliert, dass ausser dem Wasser noch jede Menge Schutt und Trümmer mitgeführt werden, die ebenfalls zu Beschädigungen führen können. Mal ganz davon abgesehen, dass die entsprechenden Schiffe so nahe beieinander sind, dass Kollisionen praktisch vorprogrammiert sind.
  • Ebenfalls sollte man annehmen, dass bei Fahrzeugen die speziell für einen Katastrophenfall, in dem man nicht ganz genau weiss was auf einen zukommt, konstruiert werden, immer die Möglichkeit besteht, eine eventuelle Automatik von Hand zu überbrücken. Dass man den Motor nicht starten kann, weil die Tür offen steht, mag vielleicht heutzutage bei Mittelklassewagen so sein, aber woanders wirkt es lächerlich.
  • Im Falle eines undichten Schiffsrumpfs und infolgedessen durch Schotts getrennten Kammern läuft immer zuerst die am nächsten zur Außenhülle gelegene Kammer voll, dann die angrenzende und so weiter. Keineswegs aber bleibt der Wasserstand in der äußersten Kammer nahezu gleich, während die mittlere Kammer sich sofort mit Wasser füllt. Auch dann nicht, wenn eine für den weiteren Plot entbehrliche Nebenfigur sich dort aufhält.
  • Über die Länge des Bremsweges eines Ozeanriesen und dessen geradezu sprichwörtliche Wendigkeit lasse ich mich lieber nicht im Detail aus. Wenn ich so ein Ding anhalten oder rückwärts bewegen will, dann muss ich mir das mindestens eine Viertelstunde früher überlegen und nicht dreißig Sekunden vorher.
  • Selbst wenn große Teile der Erdoberfläche schon zerstört sind, Mobiltelefone funktionieren immer noch. Wie bitte? Liebe Leute, diese Dinger funktionieren nicht über Satelliten, sondern über stinknormale Sendemasten. Und diese stehen auf der Erde. Klar?
  • Sobald es einmal richtig gerummst hat, ist der Spuk auch schon wieder vorbei. Die Erdkruste hat sich halt ein bisschen verschoben, der Südpol ist jetzt in Wisconsin, aber hey, was soll’s, fahren wir halt nach Afrika.
    Ich bin kein Wissenschaftler, aber ich bezweifle, dass sich die Erde nach so einem Vorfall so schnell wieder beruhigt. Ich denke eher, das wäre ein Prozess von Jahren, wenn nicht Jahrhunderten.

Ich könnte noch etliche Sachen aufzählen, aber das sprengt dann auch den Rahmen. 2012 ist ein Katastrophenfilm im wörtlichen Sinne. Braucht man nicht ansehen.

HatariAls ich mich das erste Mal verliebt habe, war ich ungefähr fünf Jahre alt.

Ich saß zuhause vor dem Fernseher und schaute einen Film.Darin ging es um eine Gruppe von Tierfängern in Afrika. Der Film hiess Hatari! und hatte zu diesem Zeitpunkt schon ein paar Jährchen auf dem Buckel, aber das hätte mich ohnehin nicht interessiert. Immerhin kamen Tiere darin vor, die ich nur aus dem Zoo kannte – Nashörner, Giraffen, Elefanten, Affen. Und da waren diese wagemutigen Männer – und Frauen – die diese Tiere einfingen um sie an Tierparks in der ganzen Welt zu verkaufen.

Einer von diesen Männern fiel mir ganz besonders auf. Ich himmelte ihn in jeder Szene an; und bis zum Ende des Films hatte ich beschlossen: den will ich mal heiraten!

Ich nahm an, das sollte machbar sein, immerhin war er ja, was Frauen betrifft, im Film leer ausgegangen. Ich musste nur noch etwas älter werden.

Mein damaliger Schwarm: Hardy Krüger.

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Als ich dann tatsächlich ein paar Jährchen älter geworden war, hatte ich das natürlich längst vergessen. Ich erinnerte mich allerdings, als mir in der Bücherei auf der Suche nach Lesestoff ein Buch mit dem Titel Eine Farm in Afrika in die Hände fiel. Autor war genau dieser Hardy Krüger, an den ich mich jetzt als den Schauspieler (ja, mittlerweile war mir auch das klar) aus Hatari! erinnerte. Das Buch machte mich neugierig, also nahm ich es mit.

Um es kurz zu machen: ich war total fasziniert. Deutsche Schauspieler mit Karriere in Hollywood sind ja eher die Ausnahme. Anstatt jetzt aber seine Nase für jeden Paparazzi hinzuhalten, wie das heutzutage üblich ist, kauft er sich die Farm, auf der damals der Film gedreht wurde und baut dort eine Lodge auf. Gelegentlich lässt er sich dann von einem besonders guten Filmangebot aus dem afrikanischen Busch locken. Und von denen gab es so einige.

Ausserdem tut er das, was er schon immer tun wollte: Bücher schreiben. Und Hardy Krüger hat – kein Wunder bei seinem ungewöhnlichen Leben – fantastische Geschichten zu erzählen. Darin kommen dann, unter anderem, auch mal so Leute vor, wie Max Schmeling, Charles Aznavour, Lino Ventura, Lawrence Olivier und Winston Churchill. Was mich nun nach der langen Vorrede zum gestrigen Abend bringt.

Da war nämlich Hardy Krüger zu Gast in unserem pittoresken kleinen Städtchen und veranstaltete eine Lesung im hiesigen Theater. Das habe ich mir natürlich nicht entgehen lassen.

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Er ist mittlerweile über 80. Das muss man bei ihm wirklich dazu sagen, ansonsten merkt man es nicht. Er wirkt nicht wie ein alter Mann, er wirkt wie jemand, der genau da ist, wo er sein möchte und das tut was er gerne macht. Zu jeder Zeit. Dass er seine Geschichten ausserdem noch wunderbar vortragen kann, versteht sich von selbst, der Mann ist immerhin ein großer Schauspieler.

Als er die Geschichte einer Fahrt von Hamburg nach Berlin, inklusive einem unerfreulichem Zusammentreffen mit einem (zu jener Zeit noch vorhandenen) DDR-Grenzbeamten erzählt, habe ich Tränen gelacht. Hardy Krüger, selbst Berliner, imitiert den sächsischen Tonfall des damaligen Beamten, was allein schon für Lacher im Publikum sorgte. Dann macht er eine kurze Pause, schaut ins Publikum und meint “Ich hörte ihm zu und dachte: der Mann hat ein Problem mit seinen Konsonanten!”
Ich konnte es ihm so nachfühlen! So geht es mir jeden Tag.*

Am Schluss der Lesung gab es dann noch eine kleine Signierstunde. Zum Glück hatte ich mitgedacht und ein Buch von zuhause mitgenommen. (Natürlich gab es auch dort welche zu kaufen.)

Wanderjahre

Bei dieser Gelegenheit habe ich ihm dann auch die Geschichte erzählt, wie ich mich mit fünf Jahren in ihn verknallt habe.

Er hat herzlich gelacht.

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*Konsonanten: einfach mal zu den Ausspracheregeln runterscrollen.

Ein Clip aus der BBC-Dokumentationsreihe Last Chance To See, in der Stephen Fry und Mark Carwardine zu den entlegensten Plätzen der Welt reisen (auf den Spuren von Douglas Adams übrigens) um seltene und vom Aussterben bedrohte Tiere vorzustellen.

Dieser Papagei ist jedenfalls zum Äußersten entschlossen, um dem Aussterben zu entgehen.

Für Übersetzungen eventuell unbekannter englischer Begriffe empfehle ich übrigens das Wörterbuch von Leo.org.

Twilight seriesZur Weltliteratur werden Werke gezählt, die über nationale und regionale Grenzen hinweg große Verbreitung gefunden haben und die gleichzeitig als für die Weltbevölkerung bedeutsam erachtet werden.  [...] Internationale Verbreitung allein ist keine hinreichende Bedingung für die Zuordnung zur Weltliteratur. Ausschlaggebend sind ein beispielhafter künstlerischer Wert und der Einfluss des jeweiligen Werkes auf die Entwicklung der Literatur(en) der Welt.
Quelle: Wikipedia

Damit wäre dann schon mal geklärt, worum es hier jetzt nicht geht. Stattdessen muss ich doch auch mal meinen Senf zur Twilight-Reihe loswerden. Auf jedem zweiten Blog den ich zur Zeit lese (und dessen Autor eine Frau ist), schlagen momentan die Wellen der Begeisterung hoch. New Moon, die Verfilmung des zweiten Teils der Twilight-Saga, kommt nächsten Monat in die Kinos. Zeit genug, um sich ganz allmählich in einen Zustand freudiger Erwartung bis euphorischer Hysterie reinzusteigern. Davon sind offenbar ausnahmslos alle Frauen in meinem Bekanntenkreis betroffen.

Alle. Außer. Mir.

Doch, klar werde ich mir den Film irgendwann ansehen. Ein paar Wochen nachdem er auf DVD erschienen ist und ich mal wieder in der Videothek stehe, auf der Suche nach einem Film, den ich noch nicht kenne und der nicht komplett unterirdisch ist, dann ist vermutlich die Zeit für New Moon gekommen. Schliesslich habe ich ja auch die Bücher gelesen. Aber irgendwie ist dabei der Virus, der den überwiegenden Teil der weiblichen Bevölkerung befallen hat, spurlos an mir vorbeigegangen.

Der erste Band der Reihe, Twilight, fiel mir voriges Jahr zufällig in einer Buchhandlung in die Hände. Ich hatte vorher nie von der Reihe gehört, klang aber interessant, also wurde es gekauft. Als ich den ersten Band halb durchgelesen hatte, habe ich dann direkt die restlichen drei Bände bestellt. Hätte ich es mal bei dem einen Buch belassen! Im ersten Band sind die Charaktere und die Story noch charmant und größtenteils symphatisch. In den weiteren Bänden wird die Geschichte zunehmend ärgerlich. Beispiele gefällig?

Edward Cullen scheint der Traummann jeder Frau zu sein. Ungeachtet der Tatsache, dass er aussieht wie ein Siebzehnjähriger. Allerdings ein unglaublich gut aussehender Siebzehnjähriger; wenn ich für jedes Mal, wo Stephenie Meyer vom Aussehen ihres Helden schwärmt, fünf Euro bekommen hätte, könnte ich mir jetzt ein neues Auto kaufen. Aber ich schweife ab.
Edward ist also jung, wahnsinnig gutaussehend, reich, hat Manieren aus dem vorigen Jahrhundert und er spielt Klavier. Ausserdem hat er diese geheimnisvolle, melancholische Aura, die auf Frauen unwiderstehlich wirkt. Dummerweise ist er ein bisschen untot, aber niemand ist perfekt.

Darüber hinaus ist Edward allerdings auch ein Stalker, ein Kontrollfreak und er ist nicht in der Lage, eine andere Meinung als seine eigene zu akzeptieren. Er lungert nachts uneingeladen in Bellas Zimmer herum, während sie schläft (Privatsphäre? War zu seiner Zeit vermutlich noch nicht erfunden!); er bewacht jeden von Bellas Schritten, weil ihr ja etwas passieren könnte und er trifft regelmäßig Entscheidungen über ihren Kopf hinweg, selbst solche, die in erster Linie ihr Leben betreffen. Eigentlich behandelt er sie nicht wie eine Partnerin, sondern wie ein unmündiges Kind (was sie streng genommen ja auch ist) oder wie ein besonders wertvolles Haustier. Ich habe beim Lesen mehrfach gedacht, dass ich mir an Bellas Stelle sein Verhalten jetzt wirklich verbitten würde – aber ich bin ja auch erwachsen und schon lange keine siebzehn mehr.
Zu alledem addiere man dann auch noch seinen offensichtlichen Selbsthass und dann ist mir zumindest klar, Edward Cullen ist niemand, den ich gerne zu meinen Bekannten zählen würde. Der Junge hat mehr als nur eine Schraube locker.

Bella auf der anderen Seite, erscheint im ersten Band als eine erfreulich pragmatische, normale Person. Kein überspannter Teenager, sondern ein nettes Mädchen. Das ändert sich aber spätestens im zweiten Band, wenn sie von Edward verlassen zur Psychobraut mutiert. Ich finde es eher gruselig, was Ms. Meyer sich da unter der ganz großen Liebe vorstellt – wenn man sitzengelassen wird, einen totalen Zusammenbruch zu haben und im Anschluss mehrfach sein Leben aufs Spiel zu setzen, nur weil man dann die Stimme seines verlorenen Geliebten im Kopf hört! Das ist einfach nur krank, tut mir leid.

Im weiteren Verlauf der Geschichte schafft es Bella dann, auch die letzten Symphatien zu verspielen. College? Braucht man doch nicht, der Mann hat ja Kohle genug. Heiraten, Kinder kriegen, Häuschen, alles noch bevor man 19 wird, das ist der Sinn des Lebens. Und mit dem Liebsten dann bis in alle Ewigkeit 24/7 zusammenzusein.
Wobei, zur Heirat willigt Bella nur zähneknirschend ein, weil sie Edward anders ja nicht ins Bett kriegt. Wie unglaublich romantisch. Von da an geht es rapide abwärts. Nach der so lang erwarteten Hochzeitsnacht folgt die Strafe gleich auf dem Fuße, mittels einer lebensbedrohlichen Schwangerschaft, die bis ins letzte unappetitliche Detail ausgewälzt wird. In der neugeborenen Tochter findet dann Jacob die Frau seines Lebens, wie praktisch, dann ist dieses Dreieck auch gleich aufgelöst. Bin ich die Einzige die es merkwürdig findet, ein Kleinkind mit einem fast zwanzig Jahre älteren Mann zu verkuppeln? Aber immerhin hat man dann kein Problem, einen Babysitter zu finden.

Die ersten drei Teile waren lesbar, wenn auch stellenweise entweder peinlich oder ärgerlich. Der vierte Teil war nur noch unausgegorener Quark, in dem sich am Schluss alles in Friedefreudeeierkuchen auflöst. In der Welt der Stephenie Meyer möchte ich nicht leben, ganz ehrlich.

Was nun die Verfilmungen betrifft – nun ja, ich wünsche Robert Pattinson, ebenso wie seinen Kollegen, dass es für sie noch eine Karriere nach Twilight geben möge. Er kann sich ja Tips bei Leonardo DiCaprio holen, das war der Posterboy für die Generation davor…

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