“You drank the whole fairy! Now go to your room!”

Ich gucke jetzt nicht wirklich viel Fernsehen; an Serien gibt es momentan genau zwei die mich interessieren. Witzigerweise sind sie beide nach erfolgreichen Buchreihen gedreht (die ich jeweils komplett gelesen habe) und beide vom Sender HBO.

Während A Game of Thrones sich meist sehr genau an die Buchvorlage hält, hat sich True Blood, was die Charaktere und einzelnen Handlungsstränge betrifft, doch schon sehr von den Southern Vampire Mysteries von Charlaine Harris entfernt und folgt nur noch grob dem Verlauf der Bücher. Deswegen war ich sehr gespannt auf die vierte Staffel, denn das vierte Buch ist mein absoluter Favorit der Reihe – wie übrigens vieler anderer Fans auch.

Warnung: ab hier werde ich schamlos SPOILERN. Falls ihr Bücher und Serie nicht/noch nicht kennt und euch den Spass nicht verderben wollt, hört genau hier auf zu lesen. Jetzt.
You’ve been warned!
Ich werde auch kein komplettes Recap der bisherigen Folgen machen, nur ein paar Gedanken dazu.

Was ich mochte:

  • Die Hexe Marnie wird gespielt von Fiona Shaw, den Zuschauern auch bekannt als Harry Potters Tante, Petunia Dursley. Welche nichts mehr verabscheute als Hexen. Das nenne ich mal Ironie beim Casting! Darüber hinaus ist Fiona Shaw auch eine großartige Schauspielerin; ihre Szenen in denen sie von der zerstreuten Wiccanerin zur besessenen Hexe mutiert, erzeugen Gänsehaut.
  • Großartige Schauspielkunst war auch die Szene, in der Sam Tramell Tommy Mickens spielt, der sich für Sam Merlotte ausgibt.
  • Ich mag, dass man Jason Stackhouse tatsächlich eine charakterliche Entwicklung zugesteht. Der Junge wird immer symphatischer. Und Ryan Kwanten tut ja auch nicht gerade den Augen weh.
  • Alexander Skarsgård. Der beste Eric, den man sich vorstellen kann. Ich mag übrigens auch, dass sie ihm so einen kleines, schwedisch angehauchtes musikalisches Thema verpasst haben.
  • Bill Compton zum König von Louisiana zu machen, ist ziemlich clever und eine gigantische Abweichung von den Büchern. Als sinistrer Strippenzieher macht er eine deutlich bessere Figur, als er als Nerd gemacht hätte.
  • Was liest Sookie Stackhouse, wenn sie sich die Nacht um die Ohren schlagen muss? Ein Buch von Charlaine Harris!
  • Die verfaulende Pam. Bestes Make-Up ever!
  • Gruseliges Baby Mikey ist gruselig.

Was ich nicht mochte:

  • Geht es nur mir so, oder hatte noch jemand einen Monty Python Moment angesichts des toten Papageies? Als das Viech zu Boden fiel, schoss mir durch den Kopf “E’s not dead, ‘e’s pining for the fjords!”
  • Wieso muss Sookie in der Serie sich eigentlich immer so verhaltensblond aufführen? Ich meine, Jason schickt sie ein Bier holen und als sie zurückkommt, ist er verschwunden. NEIN! Welche Überraschung!
  • Ich denke, wir haben alle verstanden, dass es sich bei den Bewohnern von Hot Shot um inzestuöse, geistig derangierte Hillbillies handelt. Das Ganze wird ein wenig zu dick aufgetragen und fängt an zu nerven.
  • Es gibt schlicht und ergreifend zu viele Subplots; das Ganze mutiert langsam zur Seifenoper. Natürlich kann man nicht nur wie im Buch aus Sookies Blickwinkel erzählen, aber der Versuch jedem Charakter seinen eigenen Plot zuzugestehen, lässt das Ganze zu sehr ausufern. Weniger wäre mehr.
  • Insbesondere die Subplots um Tommy Mickens und Tara Thornton nerven. Tommy ist einfach nur eine kleine Mistkröte, für den man nicht mal ansatzweise Symphatie oder Interesse aufbringen kann und Tara hat nun wirklich langsam genug gelitten; es wäre nett, wenn sie zur Abwechslung mal ein wenig Ruhe hätte und ihr nicht ständig irgendein Vampir mit ausgefahrenen Fangzähnen ins Gesicht springt. Und wo wir schon dabei sind, auch Andy Bellefleur nimmt zuviel Platz weg.
  • Kurzfassung: weniger Subplots, mehr Konzentration auf den Kern der Geschichte: Sookie und Eric. Der Teil der Geschichte wirkte zu gehetzt, zu wenig ausgearbeitet. Ein paar sehr nette Szenen, insbesondere der erste Kuss und das war es dann schon. Wenn man sich überlegt, wie langsam und liebevoll inszeniert die erste Liebesszene zwischen Sookie und Bill vorbereitet wurde, dann war das schon ein wenig enttäuschend.

Aber hey, unter dem Strich sitzt man trotzdem jedes Mal wie an den Fernseher geklebt da!
Zum Abschluss noch meine Lieblingsszene – klar, ganz fetter Spoiler!

Da hüpft doch mein kleines Fangirl-Herzchen! Die Lord of the Rings Charaktere als hippe Webcomic-Figuren. Ich präsentiere: The Broship of the Ring!

Gezeichnet hat sie Noelle auf ihrem Blog How are you I’m fine thanks. Da gibt es noch ganz viele Zeichnungen, die ihr euch ansehen solltet!

Wer oder was fällt euch spontan ein, wenn ihr die folgende Beschreibung lest?

  • trickreich sprachgewandter Blender mit oberflächlichem Charme
  • erheblich übersteigertes Selbstwertgefühl
  • pathologisches Lügen (Pseudologie)
  • betrügerisch-manipulatives Verhalten
  • Mangel an Gewissensbissen oder Schuldbewusstsein
  • oberflächliche Gefühle
  • Gefühlskälte, Mangel an Empathie
  • mangelnde Bereitschaft und Fähigkeit, Verantwortung für eigenes Handeln zu übernehmen

Alle die jetzt spontan an unsere Regierung oder an Politiker allgemein gedacht haben: nee, nur teilweise richtig. Eigentlich handelt es sich um die Psychopathie-Checkliste von Hare.

 

Wenn man Namen und Begriffe 1:1 übersetzt, kommen da manchmal ziemlich seltsame Begriffe heraus. Horst Prillinger hat sich vor ein paar Jahren die Mühe gemacht, den Plan der Londoner U-Bahn ins Deutsche zu übersetzen:

Einige Bezeichnungen sind ja schon im Englischen ein bisschen eigentümlich, aber auf Deutsch übersetzt… oha! Wobei sich der Nonsensfaktor tatsächlich in Grenzen hält. Das heisst tatsächlich so!

Zum Vergleich bitte hier entlang zur offiziellen Londoner Tube Map.

 

Da hat sich jemand, sprich der User Computersherpa auf Deviantart, richtig viel Arbeit gemacht und alle möglichen Plots der Weltgeschichte in ein Periodensystem verpackt. Falls man mal ein paar Anregungen braucht:

Damit kann man Stunden zubringen. Einfach an die Wand pappen und mit Dartpfeilen seine Geschichte zusammenbasteln. Oder die Formel für bereits bekannte Geschichten herausfinden. Wie wäre beispielsweise die Formel für Zurück in die Zukunft? Oder Herr der Ringe?

Gefunden via: Skerricks

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