“Hallo Schatz, was kann ich für dich tun?”

Würde man in einem Geschäft in Deutschland so angesprochen, dann würde man wohl zu Recht leicht irritiert gucken. Aber hierzulande ist das völlig normal, auch völlig unbekannte Leute mit ‘dear’, ‘darling’, ‘love’ oder ‘honey’ anzusprechen. Insbesondere der weibliche Teil der Bevölkerung macht das mit schöner Regelmäßigkeit, aber auch alle anderen stehen dem nicht viel nach. Und zwar in allen Lebensbereichen… ob die Dame an der Kasse im Charity Shop “Thank you darling!” sagt oder die Jobagentin am Telefon “Let’s find you a job, honey!”.

Unter Freunden macht man sowas natürlich erst recht. Was für eingewanderte Germanen erstmal leicht verwirrend sein kann, denn auch wenn mich jemand permanent mit ‘sweetheart’ oder ‘darling’ anspricht, muss das noch lange nicht implizieren, dass da Interesse in Richtung engere Beziehung besteht. Nicht dass ich mit letzterem schon Erfahrungen gemacht hätte, um das Thema ‘dating’ habe ich bislang noch einen Bogen gemacht.

Aber die Sache mit den Kosenamen habe ich mir schon ziemlich gut angewöhnt. Falls ich also mal versehentlich einen meiner deutschen Freunde mit ‘Schatz’ anspreche, entschuldige ich mich schon mal im Voraus! Es ist nicht so gemeint!

Leider nicht das Einzige was ich mir mittlerweile angewöhnt habe, auch Fluchen tue ich nun meistens auf Englisch – was im Grunde doof ist, denn würde ich es auf Deutsch machen, versteht wenigstens keiner, dass ich da grad ganz unhöfliche Dinge sage. Ich mache an dieser Stelle ganz ausschliesslich meinen schlechten Umgang dafür verantwortlich (die können nämlich kein Deutsch verstehen!).

Ansonsten wird gerade mal wieder alles über den Haufen geschmissen, ein erneuter Umzug steht an und ein neuer Job – aber darüber später mehr, wenn alles in trockenen Tüchern ist.

Und der Blog hier wird über kurz oder lang umziehen, es lohnt sich nicht, nur für die monatlichen Zahlungen für den Webspace ein Konto in Deutschland zu behalten.

Demnächst dann…

 

 

Gesehen in der U-Bahn Station Angel.

Heute mal über die Tücken der englischen Sprache.

Englisch lernt ja jeder von uns heutzutage in der Schule, dank Internet sind wir jeden Tag weltweit unterwegs und kommunizieren da meistens in Englisch und so im Großen und Ganzen kommen die meisten von uns mit dieser Sprache relativ gut klar. Auch hier in London, wo sowieso ein ganz erheblicher Teil der Bevölkerung aus anderen Ländern zugewandert ist, kommt man mit einem Grundwortschatz und auch mit Akzent überall wunderbar zurecht.

Lustig wird’s dann, wenn man den Boden des Schulenglisch verlässt und versucht die restlichen 7/8 dieser Sprache zu erkunden. Seit ich hier bin, lerne ich jeden Tag mindestens 2-3, meistens deutlich mehr, neue Ausdrücke und Bezeichnungen. Die meisten davon sind umgangssprachlich und tauchen in den normalen Wörterbüchern (wie z.B. Leo.org) nicht auf. Meistens finde ich dann aber etwas im Urban Dictionary. Paar Kostproben gefällig?

interfrastically – heißt soviel wie ‘schnell’ oder ‘kurzfristig’. Stammt aus der Blackadder-Episode ‘Ink and Incapability

glad rags – ein etwas antiquierter umgangssprachlicher Ausdruck für gute Kleidung, im Sinne von ‘Sonntagsstaat’; ‘glad rags’ sind wörtlich frohe Lumpen, in der Kombination wohl eher ‘feine Klamotten’

awesome sauce! – drückt Begeisterung für etwas aus

giggidy! – in ungefähr dasselbe, nur in diesem Falle eher noch auf Dinge bezogen, die man als ‘sexy’ bezeichnen könnte. Stammt ursprünglich aus der Serie ‘Family Guy‘.

manaconda – hoffnungsvoller Ausdruck für ein männliches Körperteil

done and dusted – etwas erledigt haben

Das lässt sich noch endlos fortsetzen. Die englische Sprache ist nicht sehr kompliziert, aber sie wird sehr kreativ eingesetzt; gerade Doppeldeutigkeiten und Wortspiele sind ein ganz wichtiger Bestandteil des englischen Humors. Und hier gilt auch noch extremer als in Deutschland, dass die Sprache reflektiert, in welchen Kreisen man sich bewegt. Steampunks beispielsweise benutzen gerne antiquierte Ausdrücke und bezeichnen sich zum Beispiel untereinander als ‘chaps’ und ‘chapettes’ (letzteres ganz klar wieder eine neue Wortschöpfung) und wo jemand anderes vielleicht “Cool!” oder “Awesome!” sagen würde, sagt ein Steampunk dann möglichweise “Well played!”. Immer natürlich mit einem Augenzwinkern, oder vielmehr ‘tongue in cheek’.

Wer sich, wie ich, nur zum Spass mit der englischen Sprache näher befassen möchte (ja, ich hab mal Anglistik studiert, damals…), dem kann ich das Buch ‘The Mother Tongue‘ von Bill Bryson ans Herz legen. Liest sich sehr spannend und erklärt nicht nur die Herkunft der Sprache sondern auch ihren Gebrauch im Vergleich mit anderen Sprachen… hört sich jetzt wesentlich trockener an als es ist!

Demnächst dann… Dialekte! Watch this space!

 

 

…a pirate’s birthday for me!

Am Samstag hatte ich Geburtstag und mir eine coole Crew angeheuert, um gemeinsam mit ihnen zu rauben, Schiffe zu versenken, Seemannslieder zu gröhlen und zuviel Rum zu trinken.

Hat geklappt. Besonders der Teil mit dem Rum. Bis spät in die Nacht war unser Haus von Piraten, Freibeutern und Hafendirnen bevölkert.

Es war klasse!

 

Heute ist Weltfrauentag – der Tag, an dem wir jährlich feiern, dass wir immer noch 20% weniger Geld verdienen als Männer. (Aber immerhin dürfen wir hier schon arbeiten und Auto fahren und so – ist ja nicht überall selbstverständlich.)

Bei Anke Gröner habe ich den Cartoon zum Thema entdeckt:

In dem Sinne: lasst euch nicht stressen, Mädels!

 

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