511y51gu37L._SL160_Ich frage mich immer, wie gehen Autoren von millionenfach verkauften, in Hollywood verfilmten Bestsellern mit dem Druck um, den die hohen Erwartungen an ihre künftigen Werke ausüben? Im Falle von Dan Brown, von dem spätestens seit der Verfilmung des “Da Vinci Code” jeder gehört hat, führte das wohl zu einer mordsmäßigen Schreibblockade. Hätte ich vermutlich auch, wenn man meinen – Harrison Ford nachempfundenen – Helden mit Tom Hanks inklusive lächerlichem Haarschnitt besetzen würde.

Aber seit dem 15. September ist der neue Roman “The Lost Symbol” jetzt erhältlich, die deutsche Ausgabe erscheint am 14. Oktober. Am Dienstag kam das Buch bei mir an, am Mittwoch hatte ich es durchgelesen.
Schlaf? Wird sowieso überbewertet… :)

Und wie ist es so?
Nun ja.

Der Harvard Professor Robert Langdon muss hier mit Hilfe seiner Kenntnisse der Symbologie ein Verbrechen aufklären, das von einem optisch auffälligen, fanatischen Täter in Zusammenhang mit einer jahrhundertealten geheimnisumwitterten Vereinigung verübt werden soll. Das Schicksal der gesamten Menschheit steht auf dem Spiel.

Und? Welches von Dan Browns Büchern habe ich gerade beschrieben?

Anstelle von Templern oder Illuminaten sind es dieses Mal die Freimaurer, anstatt durch Rom oder Paris geht die Jagd nach Symbolen und versteckten Botschaften durch Washington D.C.. Ansonsten folgt das Buch dem bereits bewährten Schema. Wer etwas komplett neues erwartet, der sollte keinen Dan Brown lesen.

Wer allerdings schon “The Da Vinci Code” und “Illuminati” mochte, der ist auch mit “The Lost Symbol” gut bedient.  Der besondere Reiz liegt hier, wie auch schon bei den vorangegangenen Büchern, darin, verborgene Symbole und Bedeutungen an altbekannten Kunstwerken, Gebäuden und Schriften zu finden. Oder wie es im Buch heisst “The best place to hide something is in plain sight”.

Die Erklärungen zu alten Schriften, Symbolen, Geschichte und Wissenschaft sind zeitweise etwas langatmig und wer das Ende nicht voraussieht, der hat wirklich beim Lesen Tomaten auf den Augen. Aber für ein paar unterhaltsame Stunden ist das Buch auf jeden Fall gut.

Dass ich jedes Mal, wenn ich irgendwo sitze und lese, von Katzen umlagert werde, daran bin ich gewohnt. Das ist ja irgendwie auch ganz nett und gemütlich.

Sich dreist mitten aufs Buch zu schmeissen und auf diese Weise Aufmerksamkeit einzufordern, diese Methode ist allerdings neu. Ich hoffe sie setzt sich nicht auf Dauer durch.

Mal sehen, ob er das auch noch mit kleinen Taschenbüchern versucht.

Dieses Stöckchen habe ich bei Nine im Maunzblog gefunden und einfach mal eingesammelt:

  • Nimm das erste Buch in deiner Nähe (das mindestens 123 Seiten hat).
  • Öffne das Buch auf Seite 123.
  • Finde den 5. Satz.
  • Poste die nächsten 3 Sätze.
  • Wirf Dein Stöckchen an 5 weitere Blogger!

Das war gar nicht so einfach, ich sitze nämlich mit dem Rücken zum Bücherregal und die Auswahl war deswegen recht umfangreich. Ich habe einfach das Buch genommen, welches in Luftlinie am nächsten war:

A wraith appeared on the right of the church, while on the left of the church something with a half-glimpsed, pointed, unsettlingly birdlike face, a pale, Boschian nightmare, glided smoothly from a headstone into the shadows and was gone. Then the church door opened, a priest came out, and the ghosts, haunts, and corpses vanished, and only the priest and the drunk were left alone in the graveyard. The priest looked down at the drunk disdainfully, and backed through the open door, which closed behind him, leaving the drunk on his own.

aus: American Gods von Neil Gaiman

Wer möchte darf sich das Stöckchen gerne mitnehmen!

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