Ich lebe noch. Also größtenteils irgendwie. Bei meinen Füßen bestehen gewisse Zweifel, die sind dank täglicher Touren durch Berlin zwecks Wohnungsbesichtigung schon ziemlich plattgelatscht. Aber von vorne…
Seit Anfang der Woche arbeite ich also in der neuen Firma und bin restlos begeistert. Nette Kollegen, schönes Büro, angenehme Arbeitszeiten und eine erstklassige Kaffeemaschine (obwohl ich ja eigentlich gar keinen Kaffee trinke, aber…). Ich darf endlich wieder mit SAP arbeiten und hätte vor Freude fast meinen PC umarmt.
Meine Tage sind allerdings lang, denn nach der Arbeit zockele ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln quer durch Berlin und gucke Wohnungen an. Das sieht leider mittlerweile meistens so aus, dass da ein Termin angesetzt wird – gerne auch mal mitten am Tag, da frage ich mich dann immer, ob sie keine berufstätigen Mieter wollen? – und dann wandern da 20-30 Leute durch die Wohnung und treten sich gegenseitig auf die Füße. Jedenfalls bei den provisionsfreien, günstigen Wohnungen. Und Provision zahlen wolln wa ja nich!
Leider liegen die auch meistens in Gegenden, die nicht ganz so hübsch sind. Am Montag habe ich mir eine Wohnung in Moabit angesehen, wo schon die aufgebrochenen Briefkästen und Graffiti im Treppenhaus einen echt anheimelnden Eindruck machten. Oder die Wohnung liegt direkt an einer Hauptstraße, so wie gestern in Neukölln. Mal sehen, was mich in den nächsten Tagen noch erwartet.
Das Ganze ist auch enorm anstrengend habe ich festgestellt. Ich wohne momentan bei einem Freund und seinen beiden Töchtern, wo ich dann meistens erst abends wieder ankomme. Dann noch essen, bisschen quatschen, E-Mails, Feedreader & Co. checken, gucken ob neue Wohnungsanzeigen da sind – und dann fallen mir fast schon wieder die Augen zu.
Momentan ist also noch nichts von wegen, in Berlin das dolce vita geniessen. Was bin ich froh, wenn diese ganze Wohnungssuche und Umzieherei abgeschlossen ist.
Aber schön ist’s doch!

Total vernetzt!