In den letzten paar Wochen klappt beim Kochen irgendwie alles. Deswegen bin ich jetzt tollkühn geworden und habe mich an ein Gericht gewagt, das ich schon lange mal nachkochen wollte, aber mich nie getraut habe. Die Rede ist von den Dampfbrötchen, die es mit den unterschiedlichsten Füllungen in China als Dim Sum bzw. als Snack an Straßenständen zu kaufen gibt.
Im Vorfeld habe ich alle möglichen Rezepte gelesen, mir aber für die Füllung letzten Endes meine eigene Variante zusammengebastelt. Ich bin richtig stolz darauf, denn die fertigen Brötchen schmecken genau so, wie ich sie aus China in Erinnerung habe. In diesem Fall habe ich mich für eine Hackfleischfüllung entschieden; genauso funktioniert das Rezept aber auch beispielsweise mit Huhn, Garnelen, vegetarischer oder süßer Füllung.
Teig
- 500 g Mehl
- 1 Würfel Hefe (bzw. 1 Päckchen Trockenhefe)
- ca. 250 ml lauwarmes Wasser
- eine Prise Salz
- eine Prise Zucker
Füllung
- 300g Hackfleisch (Schwein, Rind oder gemischt)
- 1 Ei
- 2 Frühlingszwiebeln
- 1,5 – 2 cm frischer Ingwer (ca. daumendick)
- 1 EL Sojasoße
- 1 EL Austernsoße
- 1 EL Sesamöl
- Prise Salz
Den Würfel Hefe im lauwarmen Wasser zusammen mit einer Prise Zucker auflösen. Ein paar Minuten stehen lassen. Das Mehl mit dem Salz in eine große Schüssel geben, in der Mitte eine Kuhle machen. Das Hefe-Wasser in die Kuhle gießen, alles zu einem glatten Teig verkneten (das dauert einige Minuten, also Geduld!). Ggf. noch etwas Wasser zugeben, bis man eine elastische Teigkugel hat. Schüssel mit einem Handtuch abdecken, an einem warmen Ort 40-50 min gehen lassen, bis sich das Volumen deutlich vergrößert hat.
In der Zwischenzeit die Füllung zubereiten. Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden, Ingwer fein reiben. Zusammen mit den übrigen Zutaten vermengen. Nicht wundern, wenn das Ergebnis irgendwie “schleimig” aussieht, das muss so sein.
Den aufgegangenen Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche kurz durchkneten und dann eine ca. 4-5 cm dicke Rolle formen. Mit einem scharfen Messer halbieren, dann jede Hälfte wieder halbieren usw. bis man ca. 16 – 20 gleichgroße Teigstücke hat.
Teigstück mit bemehlten Händen erst zu einer Kugel rollen, anschließend zu einem runden Fladen drücken und schliesslich den Fladen mit einem Nudelholz ungefähr auf Untertassengröße ausrollen. An den Rändern sollte der Teig dünner sein als in der Mitte.
Jetzt wird es ein bisschen tricky…
Einen Fladen auf die leicht gewölbte Hand nehmen, so dass in der Mitte eine Kuhle ist. Dort ca. einen Eßlöffel Füllung hineingeben. Dann mit der freien Hand die Ränder des Fladens über der Füllung zusammenfalten, wie in diesem Video gezeigt. Keine Sorge, wenn man das Prinzip erstmal verstanden hat, ist das ganz einfach. Wichtig ist, dass das Brötchen wirklich oben geschlossen ist, sonst suppt die Füllung heraus.
Die gefüllten Teiglinge in einem mit Backpapier ausgelegten Dämpfer (Bambus- oder Metalldämpfer) für ca. eine halbe Stunde garen. Nicht zu dicht packen, sie gehen noch auf. Beim Herausnehmen nicht die Finger verbrennen.
Fertig. Lecker.
Man kann sie pur essen, oder beispielsweise mit Soja- oder Süßsauer-Soße. Sollte man nicht alle auf einmal aufessen, lassen sich die Baozi auch problemlos einfrieren. Aufwärmen kann man sie beispielsweise in ein feuchtes Tuch eingeschlagen in der Mikrowelle oder natürlich wieder im Dämpfer.
Demnächst probiere ich dann mal eine süße Füllung – falls ich bis dahin herausfinde, wo ich Lotosnuss-Paste herbekomme.












Klingt lecker, wegen der Lotusnusspaste würde ich ebay mal aufsuchen, ebay.at hat aktuell was drin
Danke für den Tipp, allerdings bin ich vermutlich der letzte Mensch auf dieser Welt, der kein Ebay benutzt. Vielleicht haben die ja auch einen Onlineshop.
sind das nicht nikuman`?
ich hab mir da auch eher selbst ein rezept drauß gebastelt, weil mir der teig etwas zu süß war. aber so sind die echt verdammt lecker ^^
Hallo. Ich habe die bisher nur süß mit roter Adzukibohnenpaste gekannt und auch selbst gemacht. Aber mit Hackfleisch hört es sich auch gut an. Probiere ich mal.
Nikuman ist das Ganze auf japanisch. In Vietnam heissen sie Banh Bao, in Indonesien Bapao… es gibt bestimmt noch mehr regionale Varianten.
Mit roter Bohnenpaste habe ich sie auch schon gegessen. Und mit einer süßen Eiercreme (Custard). Wobei meine liebste süße Variante immer noch die mit besagter Lotosnuss-Paste ist.