Ein Jahresrückblick und gleichzeitig ein Tribut an Michael Jackson, super gemacht:
Eine Auflistung von Filmen zum Weihnachtsfest wäre wohl nicht vollständig, ohne DEN Film zu nennen, der mittlerweile für die meisten zu Weihnachten gehört wie Dinner for One zu Sylvester. Ich spreche natürlich von
Drei Haselnüsse für Aschenbrödel (Tři oříšky pro Popelku, ČSSR, DDR 1973)
Tschechische Märchenverfilmungen genießen zu Recht einen ausgezeichneten Ruf; die bekannteste und erfolgreichste davon ist ohne jeden Zweifel der 1973 als Co-Produktion zwischen der CSSR und der DDR entstandene Drei Haselnüsse für Aschenbrödel. Gedreht wurde unter anderem im Studio Babelsberg und um Schloss Moritzburg, wo übrigens noch bis zum 10. Januar 2010 eine Ausstellung zum Film anzusehen ist.
Der Erfolg des Films beruht sicher nicht unwesentlich auf der Variation des bekannten Märchenmotivs. Hier ist das Aschenputtel kein hilfloses Mädchen, das darauf warten muss, gerettet zu werden, sondern eine ebenso aktive wie attraktive junge Dame, die schiessen, reiten und auf Bäume klettern kann – und neben der der Prinz ein bisschen blass aussieht. Aber es ist eben ein Märchen, da haben die Frauen das Sagen, das gilt auch für die Königin und die Stiefmutter, neben denen die Männer wenig zu melden haben. So schafft es Aschenbrödel schliesslich auch, mit Hilfe ihres Pferdes Nikolaus, der Eule Rosalie und dreier Zaubernüsse, die böse Stiefmutter auszutricksen und das Herz des Prinzen für sich zu gewinnen.
Dieser muss sich letztlich auch nicht lang bitten lassen, sieht seine Braut doch so reizend aus, wie die damals gerade neunzehnjährige Libuše Šafránková.
Zu der durchweg charmanten Geschichte kommt noch die wunderbare Filmmusik von Karel Svoboda, der neben vielen anderen auch die Musik zu Wickie und die starken Männer oder Biene Maja komponierte.
Als eine der schönsten Märchenadaptionen der Filmgeschichte bezaubert Drei Haselnüsse für Aschenbrödel auch noch nach mehr als dreißig Jahren.


Total vernetzt!