Wenn Linus spielen möchte, dann schleppt er eine Spielzeugmaus an und wirft sie mir vor die Füße. So auch vor ein paar Minuten. Was mich stutzig macht: die Maus ist klatschnass! Völlig durchweicht.
Wir haben vorhin gerade noch damit gespielt, da war sie noch trocken. Die Türen zur Toilette und zur Dusche sind glücklicherweise zu, da kann er sie also nicht gebadet haben.
Hat er die Maus also eine Runde im Wassernapf schwimmen geschickt?
Mein kleiner Kater ist schon ein bisschen bekloppt manchmal. Wobei das ja zum normalen Verhalten von Maine Coons gehören soll. Das Waschen, nicht das bekloppt sein. Ich bin gespannt ob wir jetzt öfter frisch gewaschenes Spielzeug vorgelegt bekommen.
Aber der kleine Kerl hält uns sowieso gerne auf Trab. Wenn er nicht spielen will, dann will er fressen; am liebsten den ganzen Tag lang. Das passt natürlich überhaupt nicht zusammen mit der Tatsache, dass Junior seit ein paar Tagen, genau wie die großen Katzen, nur noch zweimal am Tag Futter bekommt. Es gefällt ihm kein bisschen. Und so muss man sich nur einen Schritt in Richtung Küche bewegen, schon rast ein rotweißer, flauschiger Blitz in die Küche um dort lautstark zu verkünden, er hätte ja sooooooo Hunger! Und wenn der doofe Mensch nicht darauf reagiert, dann wiederholt er das eben alle zehn Sekunden. Auch in diesem Punkt legt er erstaunliche Ausdauer (und Sturheit) an den Tag.
Er ist allerdings auch lernfähig. Vor ein paar Tagen hatten wir eine kleine Beziehungskrise, weil der junge Herr plötzlich ein bemerkenswertes Interesse für mein Mauskabel an den Tag legte. Das ist allerdings ein Punkt an dem ich völlig humorlos reagiere. Kabel beissen gibt’s nicht. Es gab einiges hin und her, aber schliesslich konnten wir das Thema gütlich klären. Nachdem ich das Kabel mit einer Mandarinenschale abgerubbelt hatte, fand Junior es überhaupt nicht mehr appetitlich. Na sowas!

Unser kleiner Sonnenschein zeigt gelegentlich auch Anzeichen, ausgesprochen clever zu sein. Rutscht ihm beispielsweise beim Spielen die Maus unter ein Kissen, so kommt es vor, dass er eben nicht wie andere Katzen mit den Pfoten minutenlang unter dem Kissen angelt. Stattdessen beisst er in das Kissen, marschiert rückwärts und zieht es so von der Maus weg. Soviel Abstraktionsfähigkeit muss man erstmal haben. Wir hoffen, dass er niemals so gross wird, dass er an die Türklinken heranreicht…
Mit Lotti und Leon versteht er sich nach wie vor großartig. Lotti und Linus toben zusammen durch die Gegend, spielen und balgen sich – das hat sie mit Leon nie gemacht. Leon hat endlich jemanden, der mit ihm gemeinsam den Flitz kriegt und durch die ganze Wohnung rast. Nachher liegen sie alle zusammen und kuscheln.
Soviel Liebe und Harmonie ist manchmal beinahe unheimlich. Aber dann bekommt man kleine nasse Spielzeugmäuse auf die Füße geschmissen und alles ist wieder im Lot!
Total vernetzt!