Unsere Katzen waren sich in der letzten Zeit irgendwie gar nicht grün. Lotti mag es gerne ruhig und friedlich und spielt höchstens mal possierlich vor sich hin. Leon ist eher der Typ Rabauke; Kuscheln wird ihm nach wenigen Minuten langweilig und dann will er sich balgen. Da ist er bei unserer kleinen Prinzessin natürlich falsch. Knurren und Fauchen waren an der Tagesordnung.

Wir überlegten, wie wir die Situation wohl für alle etwas angenehmer gestalten könnten. Optimal wäre es ja, wenn Leon einen Gleichgesinnten hätte, mit dem er herumtoben kann. Noch einen kleinen Kater…?

Diverse Diskussionen später, fuhren wir dann einfach mal kleine Kätzchen angucken. Ganz unverbindlich.
Na klar! Als wenn wir in der Lage wären “nein” zu sagen, wenn sich so ein kleiner Fussel in den Kopf setzt, von uns adoptiert zu werden.

Konnten wir natürlich auch nicht. Wir präsentieren daher stolz unser Nesthäkchen: Linus


Der Kleine hat nicht nur uns im Handumdrehen um die Pfote gewickelt, auch mit Leon und Lotti hat er sich in Rekordzeit angefreundet. Am ersten Abend gab es noch Fauchen und Knurren, am Tag darauf kam man sich ganz vorsichtig näher und am Abend lagen sie dann schon einträchtig schlafend auf dem Kratzbaum.

Das war die problemloseste Katzen-Zusammenführung die ich bis jetzt erlebt habe. Mittlerweile, nach einer Woche, sind Linus und Leon dicke Kumpels, die in jeder wachen Minute gemeinsam durch die Wohnung toben. Und Lotti hat jetzt jemanden der kuschelt, ohne gleich rabiat zu werden.

Wir sind sehr froh, den kleinen Kerl gefunden zu haben! Das war übrigens hier. Bei so vielen süßen Kätzchen fiel die Entscheidung nicht leicht, aber zum Glück hat Linus (damals noch Baboo) uns das ja abgenommen!

In dem Film “Der seltsame Fall des Benjamin Button” gibt es eine Szene, in der die Hauptdarstellerin von einem Taxi angefahren wird. Bevor es dazu kommt folgt der Film einer ganze Reihe von Zufällen, die letztendlich zu diesem Unfall führen. Hätte diese Person an diesem Tag nicht verschlafen, hätte eine andere nichts zuhause vergessen… wäre es nie dazu gekommen.

So eine ähnliche Situation hatten wir vor drei Wochen. Wäre am Tag zuvor nicht unsere Waschmaschine kaputtgegangen, hätte nicht im falschen Moment das Telefon geklingelt, hätten wir nicht mit dem Staubsauger in der Küche herumfuhrwerken müssen – es wäre überhaupt nichts passiert!

So aber war Lotti wegen des Staubsaugers in Panik, flüchtete sich ins Bad, wo das Dachfenster nicht richtig verschlossen war, weil genau in diesem Moment das Telefon geklingelt hatte. Das Fenster ist ziemlich weit oben angebracht, die untere Kante ist für mich in Augenhöhe und um es zu verschliessen muss ich eine ziemliche Klettertour unternehmen.

Für meine Katze ist das jedoch überhaupt kein Problem. Und so erschrak ich furchtbar, als ich ins Badezimmer schaute: Lotti saß am offenen Badezimmerfenster. Sie hatte geschafft es aufzudrücken.

Lotti hatte es schon einmal bis ans offene Badfenster geschafft. Damals hatte sie ertappt geguckt und schnellstens den Rückzug vom Fensterbrett angetreten. Doch nicht diesesmal. Diesmal schaute sie mich mit einem Blick an, der ganz klar sagte, “ich denke nicht dran, hier runterzukommen!”. Dann drehte sie sich zum Fenster um, machte einen Schritt nach vorn – und war weg!

Das alles geschah in Sekundenbruchteilen. Viel zu schnell um zu reagieren.

Ich rief um Hilfe. Mein Freund kam angelaufen und wollte mir im ersten Moment nicht glauben. Er sah durchs Dachfenster. In diesem Augenblick hörten wir Lotti miauen. Von sehr weit unten. Wir wohnen in der dritten Etage. Altbau.

Im nächsten Augenblick rannten wir schon die Treppen hinunter.

Lotti lag auf dem Hof, am Fuß der Kellertreppe. Sie blutete am Mäulchen, war aber bei Bewusstsein und erkannte uns auch. Ich raste die Treppen wieder hoch, holte den Transportkennel und rief noch auf dem Weg nach unten beim Tierarzt an. Auf dem Hof verfrachteten wir Lotti vorsichtig in den Kennel. Zumindest schien sie keine großen Schmerzen zu haben. Kurz darauf waren wir schon auf dem Weg zum Tierarzt. Dort wurden wir bereits erwartet.

Verschiedene Untersuchungen und Röntgenbilder später dann die Nachricht: Lotti hatte viel Glück gehabt. Jede Menge Prellungen und ein abgebrochener Zahn, aber keine Knochenbrüche und keine direkt lebensbedrohlichen Verletzungen. Allerdings atmete sie röchelnd, weil in ihrer Lunge kleine Risse waren durch die Blut eingedrungen war. Und ob ihre Blase und Nieren völlig in Ordnung waren konnte man zu diesem Zeitpunkt auch nicht sagen. Lotti bekam diverse Spritzen gegen Blutungen, Entzündung und Schmerzen und musste über Nacht dort zur Beobachtung bleiben. Am nächsten Morgen könnte man dann sagen ob sie wieder ganz gesund werden würde.

Wir verbrachten eine unruhige Nacht. Am Morgen dann der ersehnte Anruf: unserer Katze ginge es den Umständen entsprechend sehr gut, wir könnten sie am Nachmittag wieder abholen! Uns fiel ein Stein vom Herzen, das war schon mindestens ein Findling!

Die folgenden Tage verbrachte Lotti im wesentlichen auf meinem Sofa. Unsere kleine Patientin wurde gehätschelt und gepflegt. Sie bekam alle ihre Lieblingsspeisen und die wurden direkt am Krankenbett serviert. Sie bewegte sich die ersten Tage so wenig wie möglich und man sah ihr an, dass sie Schmerzen hatte. Jeder der schon einmal heftige Prellungen hatte, weiss wie sich das anfühlt.

Gegen Ende der Woche tauchte sie dann zum Fressen wieder in der Küche auf und ab da ging es jeden Tag etwas besser. Mittlerweile ist sie vollkommen wiederhergestellt. Auch der abgebrochene Zahn hat sich nicht entzündet, so dass er nicht gezogen werden muss. Lotti ist fast wieder dieselbe wie vor dem Unfall. Nur um Fensterbretter macht sie jetzt einen Bogen.

Was ist passiert, während mein Blog down war?

  • Ich schreibe Bewerbungen und die Arbeitgeber reissen sich um mich. Nicht.
    Das heisst, Bewerbungen schreibe ich schon jede Menge, aber die Reaktionen sind bislang eher verhalten. Wenn überhaupt welche kommen. Früher als man noch teure Bewerbungsmappen mit der Post verschickt hat, konnte man wenigstens davon ausgehen, entweder einen Job oder irgendwann seine Mappe zurückzubekommen. Heute wo Bewerbungen normalerweise per e-Mail oder Onlineformular ablaufen, bekommt man meistens nicht einmal mehr eine Antwort.
    Davon mal abgesehen finde ich Bewerbungen online wesentlich praktischer. Besonders freut mich, dass jetzt vor kurzem auch das Arbeitsamt, sorry, die Arbeitsagentur, da angekommen ist wo andere Jobportale schon vor zehn Jahren waren und man sich online bewerben kann. Doch, wirklich.
  • Aber auch ohne Arbeit fällt mir die Decke nicht auf den Kopf. Besonders weil mich unser Familienzuwachs auf Trab hält, aber dazu später mehr.
  • Im Juli waren wir im Urlaub. Paddeln und Campen in Schweden. Da von oben fast ebensoviel Wasser kam, wie wir unter dem Boot hatten, kamen wir dann etwas früher nach Hause. Der Versuch wird aber bei Gelegenheit wiederholt. Paddeln ist lustig.
  • Ich habe endlich wieder eine anständige (= Spiegelreflex) Kamera statt der kleinen Digitalknipse. Jetzt macht fotografieren wieder Spass. Die Ausrüstung ist allerdings noch ausbaufähig; bei Gelegenheit müssen noch ein paar gute Objektive her und ein Blitz fehlt mir auch noch. Damit sind künftige Geburtstage und Weihnachten schon verplant.
  • Vor drei Wochen hatte Lotti einen Unfall. Zum Glück ist ihr nichts schlimmes passiert. Mehr davon folgt.

Sonst war zum Glück nichts weiter aufregendes los.

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